"Er kann den Menschen zuhören"

"Er kann den Menschen zuhören"

Bexbach. Der bekennende Sahnekuchen-Liebhaber Heinz Müller bekam gestern Abend nach eigenem Bekunden jede Menge Sahnetörtchen - nicht aus dem Ofen, sondern aus den Lautsprechern der Höcherberg-Hallen von diversen Rednerinnen und Rednern

Bexbach. Der bekennende Sahnekuchen-Liebhaber Heinz Müller bekam gestern Abend nach eigenem Bekunden jede Menge Sahnetörtchen - nicht aus dem Ofen, sondern aus den Lautsprechern der Höcherberg-Hallen von diversen Rednerinnen und Rednern. Dem Anlass entsprechend, denn gestern war der Tag der Verabschiedung und der Amtseinführung: Nach 17 Jahren als Bürgermeister der Höcherberg-Stadt erhielt der Sozialdemokrat Heinz Müller aus den Händen des ersten Beigeordneten der Stadt Bexbach, Rainer Ruffing, die Entlassungsurkunde in den Ruhestand, und sein Nachfolger, der Sozialdemokrat Thomas Leis, wurde in das Bürgermeisteramt eingeführt.Ein solcher Tag ist naturgemäß mit Reden verbunden, deren Auftakt machte Ruffing - nachdem sich das akademische Viertel bereits verfünffacht hatte und die Schlange am Eingang der Höcherberg-Hallen nicht nur Landrat Clemens Lindemann an die Neujahrsempfänge Müllerscher Prägung erinnerte. Lindemann war es dann auch, der sich des Mikrofons bemächtigte und den ersten Beigeordneten auf die Bühne bat, um mit der Veranstaltung zu beginnen.

Ruffing sprach von einem "besonderen und bedeutenden Tag für Bexbach" und nannte Müller einen Ansprechpartner und Förderer der Bexbacher Vereine: "Die Entwicklung des Saarpfalz-Parks ist mit seiner Amtszeit untrennbar verbunden."

Innen-Staatssekretär Georg Jungmann vertrat den im Urlaub weilenden Innenminister Stefan Toscani. "Heinz Müller hat die Politik seiner Stadt nachhaltig geprägt", meinte er und bemühte Max Weber: "Sie haben in erster Linie für die Politik gelebt und dadurch natürlich auch von der Politik." Das Streben des scheidenden Bürgermeisters sei stets gewesen, Konflikte abzubauen und ein harmonisches Miteinander zu schaffen. "Ihre Stärke war die Balance zwischen Notwendigem und Wünschenswertem." Zu seinem Nachfolger Thomas Leis sagte Jungmann, dieser neue Bürgermeister habe große Ziele für Bexbach. "Er hat die Chance, aktiv zu gestalten und eigene Impulse zu setzen."

"Eine Besonderheit hast Du aufzuweisen: Bei Verabschiedungen redet man immer nur über das Beste - bei Dir ist alles wahr", meinte Landrat Clemens Lindemann. "Wir haben zusammen Erfolge gefeiert, aber auch Niederlagen eingesteckt." Müller sei ein Bürgermeister gewesen, der sich immer Zeit genommen habe für die Menschen und zuhören konnte. Lindemann betonte, mit Leis schon beim Saarpfalz-Park gut zusammengearbeitet zu haben. Für den saarländischen Städte- und Gemeindetag würdigte die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz Heinz Müller als "ruhigen und besonnenen Menschen, der als Mathematiker immer eine Lösung finden würde für alle Probleme". Die stellvertretende Personalratsvorsitzende der Verwaltung, Karin Orphey, nannte Müller "einen guten Bürgermeister und Chef, der nicht polternd durch die Gänge des Rathauses gehastet ist und Angst und Schrecken verbreitet hat". Leis wünschte sie, "dass Du zumindest einen Teil von dem, was Du Dir für Deine neue Tätigkeit vorgenommen hast, verwirklichen kannst". < Weiterer Bericht folgt

"Er hat die Chance, aktiv zu gestalten und Impulse zu setzen."

Gestern Abend war auch die Amtseinführung: Aus den Händen des ersten Beigeordneten der Stadt Bexbach, Rainer Ruffing, erhielt der neue Bürgermeister Thomas Leis (rechts) die Ernennungsurkunde.

Georg Jungmann

Mehr von Saarbrücker Zeitung