Mobilität der Zukunft Land setzt nach Absage von Tesla auf Wasserstoff

Saarbrücken/Berlin · Die Saar-Regierung bedauert, dass sich der Elektroauto-Hersteller statt in der Region im Berliner Umland ansiedelt.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hoffte bis zuletzt, dass Tesla ins Saarland kommt.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hoffte bis zuletzt, dass Tesla ins Saarland kommt.

Foto: dpa/Harald Tittel

Im Saarland herrscht Enttäuschung über die Entscheidung des Elektroauto-Herstellers Tesla, seine Europa-Fabrik nicht hierzulande, sondern in Brandenburg anzusiedeln. Die „Gigafactory“, in der neben Batterien auch ganze Fahrzeuge des Typs Kompakt SUV Model Y entstehen sollen, soll wohl Ende 2021 nahe dem geplanten Flughafen BER in Betrieb gehen.

Das Saar-Wirtschaftsministerium hatte bis zuletzt auf den Zuschlag gehofft. Man sei in den vergangenen Tagen über die Entscheidung Teslas informiert worden, hieß es am Mittwoch. Auch Bundesländer wie Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bewarben sich seit vergangenem Jahr vergeblich. „Die Entscheidung ist für das Saarland natürlich bedauerlich“, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Aufgrund der Siedlungsstruktur habe man die Flächen-Anforderungen nicht erfüllt, das Werk werde nun deutlich größer als geplant. Auch hätten „die anfänglichen Ideen eines Standorts mit deutsch-französischem Bezug keine wesentliche Rolle mehr gespielt“, sagte Ministeriumssprecher Julian Lange. Jetzt setze man umso mehr auf mögliche Bundeszuschüsse für die Entwicklung von Wasserstoffantrieben. Das Saarland wolle hier zur „Modellregion“ werden – jenseits von E-Mobilität. Wann die Mittel in Höhe von 45 Millionen Euro fließen könnten, ist noch unklar.

Dem IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen ist das als Strategie zu wenig. Das Saarland müsse auf drei Ebenen nachjustieren: Gewerbesteuer senken, mehr Fachkräfte und stabilere Anbindungen nach Saarbrücken. Das Projekt Tesla sei von Anfang an „mehr Wunschdenken als realistische Perspektive“ gewesen. Das Ministerium sieht das Saarland dagegen trotz Abfuhr als „attraktiven Industriestandort“ bestätigt. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) betonte, man stehe „weiter als Standort für bestehende und neue Akteure“ zur Verfügung.