Engpässe bei Schulbus-Begleitern

Engpässe bei Schulbus-Begleitern

Stennweiler/Schiffweiler. Sichere Schulwege mit dem Bus sind im Zuge der Grundschul-Schließungen 2005 versprochen worden. Dieses Versprechen sei aber keinesfalls immer und überall erfüllt, meldete sich jetzt Torsten Ulrich (32) aus Stennweiler in unserer Redaktion. In seiner Eigenschaft als Vater eines sechsjährigen Sohnes

Stennweiler/Schiffweiler. Sichere Schulwege mit dem Bus sind im Zuge der Grundschul-Schließungen 2005 versprochen worden. Dieses Versprechen sei aber keinesfalls immer und überall erfüllt, meldete sich jetzt Torsten Ulrich (32) aus Stennweiler in unserer Redaktion. In seiner Eigenschaft als Vater eines sechsjährigen Sohnes. Der Filius ist im August in die erste Klasse in der Grundschule Schiffweiler eingeschult worden. Der Schulbus bringt ihn von Stennweiler zur Schule und wieder zurück. Doch noch vor Weihnachten sei die Busbegleitung ausgeblieben: "Ich habe mir sagen lassen, dass es sonst viel länger Busbegleitung gab." Ulrich weiter: "Vor allem die Erstklässler brauchen doch Sicherheit, einen geordneten Ablauf. Und das ist jetzt nicht mehr der Fall." Zum Beispiel verunsicherten die größeren Schüler die kleineren mit Sprüchen wie 'Der Bus fährt weg', und dann gäbe es ein hektisches Durcheinander. Ulrich hat mit Schule und Gemeinde, mit der Neuen Arbeit Saar (NAS) als Qualifizierungsträger für die Schulbusbegleiter und auch mit dem Bildungsministerium Kontakt aufgenommen: "Aber einer hat die Verantwortung auf den anderen abgeschoben."Wir haben für Torsten Ulrich nachgehört. Die NAS, die für die Arge Neunkirchen Langzeitarbeitslose zum Schulbusbegleiter qualifiziert (zehn Ausbildungsstunden), würde im Kreis mehr Busbegleiter einsetzen, wenn sie mehr hätte. "Derzeit haben wir 23. Bewilligt wären 37", sagt auf SZ-Anfrage Nicole Jakob. Sie koordiniert für die NAS die Einsätze der Busbegleiter in Landkreis Neunkirchen. Die Arge Neunkirchen schicke jedoch nicht mehr Bewerber. "Als Busbegleiter können wir nicht jeden vorschlagen", sagt Arge-Geschäftsführerin Katja Sauerbrey auf Anfrage unserer Zeitung. "Da gilt das Prinzip Freiwilligkeit. Der Mann oder die Frau muss zuverlässig sein. Ein Busbegleiter sollte mit Kinder klarkommen und auch mit Stresssituationen umgehen können. Zudem bietet diese Qualifizierung keine Perspektiven für eine Übernahme in den ersten Arbeitsmarkt." Es gäbe aber Lösungen, so Katja Sauerbrey weiter. Erster Vorschlag: von zwei auf einen Busbegleiter herunterfahren. Zweiter Vorschlag: Eltern oder Großeltern für ehrenamtliche Busbegleitung zu gewinnen. Im Fall der Grundschule Schiffweiler hat die NAS schon von "zwei auf eins" runtergefahren: "Zu Beginn dieses Schuljahres haben wir hier nur noch eine Busbegleiterin im Einsatz", sagt Nicole Jakob. "Sie ist Anfang Dezember länger erkrankt und dann von der Arge aus der Maßnahme herausgenommen worden." Seitdem ist der Schulbus ohne Begleitung. Doch ab diesem Montag präsentiert Nicole Jakob eine "Notlösung": Eine Busbegleiterin, die im nahen Heiligenwald wohnt und somit selbst per Bus ihren Einsatzort erreichen kann, übernimmt die Grundschule Schiffweiler. Das Problem: Damit tut sich an ihrem bisherigen Einsatzort Grundschule Steinwald Neunkirchen eine Lücke auf. Torsten Ulrichs Sohn wäre auch ohne Busbegleiter weiter in den Schulbus nach Schiffweiler gestiegen, mit anderen Stennweiler Kindern. Sein Vater: "Ich würde ihn nicht aus der Gruppe holen. Die Kinder sollen ja auch selbstständig werden." Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser Torsten Ulrich aus Stennweiler. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen und Fotos gemacht haben, wenden Sie sich bitte per SMS/Fax oder MMS mit Foto an Telefon (0681) 595 98 00; oder per E-Mail an: leser-reporter@sol.de