Energie von Gottes Acker

Energie von Gottes Acker

Speyer. Die Evangelische Kirche der Pfalz, die auch für Teile des östlichen Saarlands zuständig ist, bemüht sich intensiv darum, ins Geschäft mit der Windenergie zu kommen

Speyer. Die Evangelische Kirche der Pfalz, die auch für Teile des östlichen Saarlands zuständig ist, bemüht sich intensiv darum, ins Geschäft mit der Windenergie zu kommen. Derzeit werde geprüft, ob die Kirche nur Grundstücke ihrer Pfründestiftung für Windräder verpachten solle oder ob sie sich darüber hinaus auch an Windkraftunternehmen beteilige, sagte Oberkirchenrätin Karin Kessel dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Speyer. Auf ihrer Herbsttagung hatte die Landessynode ein Klimaschutzkonzept verabschiedet, das den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energie vorsieht.

Es gebe bereits Nachfragen von Windkraftunternehmen nach kirchlichen Grundstücken, sagte Kessel. Noch sei nichts entschieden. Sie sei sich durchaus bewusst, dass es auch Kritiker von Windrädern gebe. Allerdings gebe es inzwischen anerkannte Maßnahmen, um Vögel und Fledermäuse vor den Rotoren zu schützen. Auch die Optik sei kein Argument gegen Windräder. "Wer auf dem Rheindamm spazieren geht, ist mit der Silhouette des Atomkraftwerks Philippsburg konfrontiert", sagte Kessel dem epd. Da sei ihr ein Windrad deutlich lieber. Vor allem, weil ein solches Rad ohne Probleme zurückgebaut werden könne.

Sollte es eine Beteiligung der Landeskirche an einem Unternehmen geben oder ein Grundstück der Pfründestiftung, die die Liegenschaften der Landeskirche verwaltet, für ein Windrad verpachtet werden, kämen die Einnahmen der Kirche zugute. Aus den Erlösen der Pfründestiftung wird nach Kessels Worten die Besoldung der Pfarrer derzeit mit 1,8 Millionen Euro im Jahr unterstützt.

Die Pfründestiftung sei seit über zehn Jahren mit der Frage beschäftigt, Grundstücke für Windräder zu verpachten, sagte Renaldo Dieterich, der die Hauptverwaltung des Stiftungsverbands leitet. Es gebe sechs Grundstücke der Pfründestiftung, die laut Windplan des Landes Rheinland-Pfalz als Standorte geeignet wären. Mit dem Plan sei ermittelt worden, wie oft und wie heftig an bestimmten Orten der Wind blase. Zu einem Vertrag über den Standort eines Windrads sei es noch nicht gekommen. Letztlich liege die Standortentscheidung bei den Kommunen. Und diese achteten durchaus darauf, ihre Interessen zu verfolgen und selbst Pachterträge zu kassieren.

Bis zu 60 000 Euro Pacht im Jahr zahle ein Unternehmen für ein Windrad, sagte Dieterich. Ein Drittel der Summe gehe direkt an die zuständige Kommune. Dann werden die Grundstückseigentümer bedacht. Am meisten erhält der, auf dessen Gelände der Sockel des Rads steht. Auch die Eigentümer, deren Grundstücke im Schatten des Windrads liegen oder an diese Grundstücke angrenzen, erhalten einen geringen Betrag.

Insgesamt hat die Stiftung nach Dieterichs Worten in der Pfalz etwa 20 Verträge oder Vorverträge mit Energieunternehmen geschlossen. Dabei gehe es meist um geringe Pachtzahlungen, da kirchliches Gelände nur angrenze. Seit dem ersten Vertrag im Jahr 2002 bis heute hat die Pfründestiftung nach Dieterichs Worten insgesamt 5300 Euro eingenommen. epd

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