Bildung: Eltern, Schüler und Lehrer fordern 400 Lehrer zusätzlich

Bildung : Eltern, Schüler und Lehrer fordern 400 Lehrer zusätzlich

Die Landeselterninitiative für Bildung sieht Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) insbesondere mit den Maßnahmen zur Qualitäts-Verbesserung an Schulen – unter anderem durch das Projekt „Schulen stark machen“ – auf dem richtigen Kurs.

Doch wenn Lehrer Fortbildungen machten oder an Arbeitskreisen teilnähmen, fehlten sie im Unterricht, so Sprecher Bernhard Strube zur SZ. „Schulentwicklung ist nur mit mehr Personal zu machen.“ Die Elterninitiative bezweifelt, dass 300 Lehrkräfte mehr eingestellt worden seien, wie der Minister kürzlich erklärt hatte. Man habe den Landeshaushalt 2018 überprüft und festgestellt, dass die Zahl der Planstellen für alle Schulformen niedriger liege als im Jahr 2010: „Der Minister meinte offensichtlich, dass der Abbau gestoppt wurde und die ursprünglich angepeilte Zahl jetzt um 300 überschritten wird.“ Gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Gesamtlandeselternvertretung sowie der Landesschülervertretung fordere man in den Haushalten 2019 und 2020 insgesamt 400 Lehrerstellen mehr. Auch genüge es nicht, bei der Schulsozialarbeit nur ministerielle Zuständigkeiten zusammenzuführen. Es müsse auch Aufstockungen geben. Das Saarland habe Nachholbedarf bei Aufwendungen für schulische Bildung. Bei den öffentlichen Bildungsausgaben (Land, Kreise,Kommunen) liege das Saarland bundesweit an zweitletzter Stelle.

„Verhandlungen über weitere Mittel für die Schulen müssen zügig aufgenommen werden“, fordert die GEW. Die Mittel für das Projekt „Schulen stark machen“ müssten aufgestockt werden, die geplante Erhöhung um 100 000 Euro pro Jahr reiche nicht. Die GEW fordert vor allem die Senkung des Klassen­teilers. Gute Durchschnittswerte sagten nichts über Negativausschläge an bestimmten Standorten aus, wo es Klassen mit bis zu 29 Schülern gebe. Unterstützt wird aber der von Commerçon betriebene Ausbau der echten (gebundenen) Ganztagsschulen. Auch die Entscheidung, den herkunftssprachlichen Unterricht unter Aufsicht des Ministeriums durchzuführen, wird begrüßt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung