Einzelhandel gerne, nur welcher?

Einzelhandel gerne, nur welcher?

Die Bezirksräte Dudweilers befassten sich mit den Bebauungsplanänderungen für Grundstücke in der Sulzbachtalstraße. Hier sollte ein Bordell verhindert werden, doch auch der Einzelhandel wird gebremst.

Im Bezirksrat wurde am Donnerstagabend heiß diskuttiert. Es ging um den Einzelhandel in Dudweiler. Um das, was unerwünscht ist, wie etwa Bordelle. Um das, was an manchen Stellen unerwünscht sei, wie Drogerie- und Supermärkte, da die Verwaltung befürchtet, die Geschäfte könnten den Einzelhandel im Zentrum schaden. Und um das, was möglicherweise kommen könnte.

Zunächst ging es, wie bereits in der vorherigen Sitzung (wir berichteten), um die Bebauungsplanänderung für das Areal um den ehemaligen Teppichhandel Frick. "Wofür haben wir eine Stunde lang debattiert, wenn unsere Vorschläge nicht in die Vorlage einfließen", monierte Daniela Wickmann-Eisinger (SPD). Der Rat einigte sich damals unter anderem darauf, dass ein Supermarkt bis zu einer gewissen Größe zugelassen werden sollte. Gerhard Lucas, Bezirksleiter beim Stadtplanungsamt, versicherte: "Erstmal geht es darum, ein Bordell zu verhindern. Zudem wird ein Einzelhandelsgutachten erwartet, auf dessen Grundlage besser entschieden werden kann." Und er räumte ein, dass es bereits Anfragen von Textil-, Drogerie-, und Lebensmittelmärkten gegeben habe, deren Ansiedlung aufgrund der Zentrumsrelevanz aber verhindert werden sollte. Punkte, an denen sich zuerst Tobias Raab (FDP) störte: "Wir können mal einen Spaziergang durch das Zentrum machen. Da brauch es kein teures Gutachten, um zu erfahren, was relevant ist." Und Carolin Röhrig (CDU) befürchtete: "Wenn die Geschäfte hier nicht öffnen, ziehen sie in eine Nachbargemeinde. Auch damit geht uns Kaufkraft verloren." Letztlich wurde die Anhörung mit neun (SPD und FDP) zu acht (CDU, Linke, Grüne) Stimmen abgelehnt. Drei Mitglieder der CDU enthielten sich.

Damit war das Thema Bebauungsplanänderung aber noch nicht vom Tisch, denn der Aldi in der Sulzbachtalstraße würde gerne seine Fläche erweitern. Aber auch hier sollte laut Ratsvorlage eine Erweiterung aufgrund der Zentrumsrelevanz verhindert werden. Ein Vorhaben, das auf wenig Verständnis stieß, zumal Jörg Sämann (SPD) erklärte: "Ich habe mit dem Geschäftsleiter gesprochen. Es geht nicht darum, das Sortiment zu erweitern, er möchte seine Waren nur besser präsentieren." Gerd Kiefer (FDP) sagte: "Die Häufung der Bebauungsplanänderungen verstehe ich nicht. Das ist lebensfremd. Eine weitere Entwicklung ist so nicht möglich." Und auch Beate Ewald (B90/Die Grünen) wunderte sich: "Wenn er seine Filiale nur erweitert, warum sollte man das verbieten." Allerdings enthielten sich die Grünen bei der Abstimmung ihrer Stimme, während die übrigen Räte die Anhörung ablehnten.

Zuletzt wurde Lucas von Tobias Raab (FDP) auf das Gerücht angesprochen, der Dudoplatz solle überbaut werden. Und auch Klaus Schmidt (Die Linke) erklärte: "Ich habe solche Pläne bereits gesehen." Doch Lucas wich aus: "Ohne Tagesordnungspunkt kann ich diese Frage nicht beantworten." Die SZ fragte bei der Landeshauptstadt nach. Pressesprecher Thomas Blug erklärt: "Es ist richtig, dass ein privater Investor ein grundsätzliches Interesse bekundet hatte. Konkrete Pläne oder ein Bauantrag liegen bislang aber nicht vor."

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