Einstiegshilfe zur Schule bald landesweit

Einstiegshilfe zur Schule bald landesweit

Saarbrücken. Mehr als 200 Schulleiterinnen und Schulleiter sind gestern der Einladung von Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) zu einem Empfang ins denkmalgeschützte Bildungsministerium an der A 620 in Saarbrücken gefolgt. Und sie bekamen jede Menge Lob des Ministers zu hören. "Der Lehrerberuf verdient besondere Hochachtung und Wertschätzung

Saarbrücken. Mehr als 200 Schulleiterinnen und Schulleiter sind gestern der Einladung von Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) zu einem Empfang ins denkmalgeschützte Bildungsministerium an der A 620 in Saarbrücken gefolgt. Und sie bekamen jede Menge Lob des Ministers zu hören. "Der Lehrerberuf verdient besondere Hochachtung und Wertschätzung. Denn ihnen ist die wichtigste Ressource unserer Zukunft anvertraut, die Jugend", sagte der Sozialdemokrat. Da war auch die Vorsitzende des konservativen Realschullehrerverbandes, Inge Röckelein, seit einem halben Jahr Rektorin einer Gemeinschaftsschule in Lebach, milde gestimmt. "Dafür, dass er eine Schulform zu vertreten hat, die er gar nicht wollte, macht er einen guten Job", sagte Röckelein der SZ. Sie bezog sich damit auf das Abstimmungsverhalten Commerçons im Landtag, als die SPD noch zu Jamaika-Zeiten die Verfassungsänderung zugunsten der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule aus Realschule und Gesamtschule abgelehnt hatte.Der Bildungsminister sagte, dass das Kooperationsjahr von Kindergärten und Grundschulen in den kommenden vier Jahren aufs ganze Land ausgedehnt werden solle. Die Erfahrungen bei dem Probelauf seien positiv. Bei dieser Zusammenarbeit werden Fünfjährige im letzten Kindergartenjahr bereits spielerisch von Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen auf den Schulstart vorbereitet, so dass der "Ernst des Lebens" nicht mit Angst-, sondern Glücksgefühlen beginnen kann.

Die Finanzierung sei gesichert, sagte der Minister weiter. Auch der Streit mit den Kindergartenträgern über die Ausgestaltung des Projekts sei inzwischen beigelegt worden. Ministerium und Träger seien sich einig über die positive Zukunft, so Commerçon.

Den Protest der Landkreise gegen die Finanzierung von Sozialarbeitern an den neuen Ganztagsschulen ab kommendem Schuljahr bezeichnete der Minister als "Sturm im Wasserglas". Es seien ohnehin nur ganz wenige weiterführende Ganztagsschulen betroffen, da die Landesregierung in dieser Legislaturperiode nur eine weiterführende Ganztagsschule je Landkreis anbieten werde. "Das sind Schaukämpfe, die einzelne da führen", erklärte Commerçon in Richtung des Landkreistages.

Die neuen Gemeinschaftsschulen haben nach Aussage des Ministers nun die Möglichkeit, Funktionsstellen für besondere Aufgaben wie Didaktikleiter oder Oberstufenleiter einzurichten. "Damit es auch an den Gemeinschaftsschulen Aufstiegschancen für Lehrer gibt. Denn dort dürfen nicht die in Anführungszeichen schlechteren Lehrer beheimatet sein", sagte Commerçon. Zudem hätten die Gemeinschaftsschullehrer zusätzliche "Konzeptstunden" bewilligt bekommen, um sich mit dem Leitbild der jeweiligen Schule auseinanderzusetzen. "Das hätte schon vor dem Start der Schulen passieren müssen", kritisierte Commerçon die Vorgängerregierung. dik

Foto: Privat