1. Saarland

Einmal Schlammpackung, bitte

Einmal Schlammpackung, bitte

Die Supermoto-Piloten hatten am Wochenende in St. Wendel einen zusätzlichen Gegner: das Wetter. Kräftige Regenschauer hatten den Offroad-Teil der Strecke in eine Schlamm-Landschaft verwandelt.

Sie bekamen einiges ab, die Fahrer und Zuschauer beim dritten Lauf zur internationalen deutschen Supermoto-Meisterschaft am Wochenende in St. Wendel. Vier Grad, eisiger Wind und kräftige Regenschauer ließen alle Beteiligten bibbern. "Wenn du in der Startaufstellung stehst, und der Regen läuft dir ins Genick, fragst du dich schon, was du hier machst", gestand selbst das saarländische Supermoto-Urgestein Dirk Spaniol. Die Antwort "großen Motorsport" gab der 44-Jährige aus Hirzweiler dann selbst im ersten Lauf der Hubraum-offenen Klasse S2. Vom achten Startplatz ins Rennen gegangen, erwischte der Saarländer einen Traumstart und ging als Zweiter in die erste Kurve. Während Markus Glass vorne einem einsamen Start-Ziel-Sieg entgegenfuhr, lieferte sich Spaniol tolle Zweikämpfe mit Jens Wiedemann, den er etwa zur Hälfte des Rennens passieren lassen musste.

Zwei Runden vor Schluss zog dann auch noch der entfesselt fahrende Pavel Kejmar an Spaniol vorbei, der mit Rang vier dennoch zufrieden war. "Am Anfang dachte ich: Ich fahr' dann halt mal vorbei", scherzte der Suzuki-Pilot, der nach seinem Unfall vor der Saison noch nicht in Top-Form ist, "am Ende hat dann die Kraft gefehlt." Das zeigte sich besonders im zweiten Durchgang, in dem Spaniol nur Neunter wurde. Den Sieg holte Jens Wiedemann vor Glass.

Um den Sieg mitzufahren, war das erklärte Ziel des Dirmingers Markus Volz in der Klasse S1 bis 450 Kubikzentimeter. Und während der Saarländer auf den Heimvorteil hoffte, kam seinem ärgsten Konkurrenten Lukas Höllbacher die Streckenführung entgegen. "Die Rennen in Österreich werden alle auf so engen Kursen gefahren", sagte Volz vor den Läufen - also war sein Heimvorteil nicht so groß.

Die Bedingungen in St. Wendel waren extrem schwierig. Durch die Regenschauer war der Offroad-Bereich aufgeweicht, die Fahrer schleppten viel Dreck mit auf den Asphalt-Teil. Weil es aber nicht genug regnete, wurde der Matsch dort nicht weggespült, sondern blieb als schmierige Schicht auch auf den schnellen Passagen liegen. Im ersten Lauf musste Volz nach großem Kampf Andre Plogmann (der Mann aus Georgsmarienhütte fährt für das Dirk-Spaniol-Racing Team) und Marc-Reiner Schmidt den Vortritt lassen, hielt Höllbacher aber hinter sich. Doch der Österreicher konterte im zweiten Durchgang, siegte vor Plogmann und Volz. "Ich hätte vielleicht näher dran bleiben können", sagte KTM-Pilot Volz, "aber bei diesen Bedingungen war es besser, die Punkte sicher einzufahren und keinen Ausfall zu riskieren." Im Gesamtklassement führt Höllbacher damit weiter vor Volz und Plogmann.

Aus ADAC-Kreisen war zu vernehmen, dass für September ein weiterer Supermoto-Lauf in St. Wendel in Planung sei. Der Rennkalender gäbe das her, ADAC-Boss Karl-Heinz Finkler wollte aber nichts bestätigen: "Dazu kann ich nichts sagen."

Die Zahl der Zuschauer am Wochenende schätzte Finkler auf 7000. Eine optimistische Zählung angesichts von nur ein paar hundert Fans, die am Sonntag dem widrigen Wetter trotzten und sich die Finalläufe nicht entgehen ließen.