1. Saarland

Einmal im Jahr ein König sein

Einmal im Jahr ein König sein

Homburg. Weihnachten ist vorbei, Silvester ist vorbei - und obendrein sind auch noch die Ferien vorbei. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise fallen die Sternsinger-Rundgänge noch in die schulfreie Zeit. Deshalb ziehen die Kinder diesmal nicht, wie sonst üblich, an allen Tagen der ersten Januarwoche durch die Straßen, sondern nur am Samstag und Sonntag, weil sie dann keine Schule haben

Homburg. Weihnachten ist vorbei, Silvester ist vorbei - und obendrein sind auch noch die Ferien vorbei. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise fallen die Sternsinger-Rundgänge noch in die schulfreie Zeit. Deshalb ziehen die Kinder diesmal nicht, wie sonst üblich, an allen Tagen der ersten Januarwoche durch die Straßen, sondern nur am Samstag und Sonntag, weil sie dann keine Schule haben.Obendrein wird es weiterhin empfindlich kalt sein, sodass die Kinder schon ein großes Maß an Engagement für die Aktion aufbringen müssen. Aber wenn sie erst einmal verkleidet sind und mit dem Stern in der Hand losziehen, "dann ist alles vergessen und alle sind mit großer Freude bei der Sache," so die Erfahrung der Pfarreien. "Am meisten Spaß mache es ihnen, die Anfangsbuchstaben von "Christus Mansionem Benedicat 10" mit Kreide an die Haustüren zu malen, weiß beispielsweise Pastoralreferent Ansgar Hoffmann. Viele Leute vermuteten, dass CMB die Initialen der Könige seinen, nämlich Caspar, Melchior und Balthasar, "aber tatsächlich bedeutet der lateinische Spruch: Christus segne dieses Haus," erklärt Hoffmann. Ja, und dann sei natürlich die Rolle des schwarzen Königs Caspar bei den Sternsingerkindern sehr begehrt, "weil man da nicht nur die Kleidung, sondern auch die Gesichtsfarbe wechseln kann."

Allein mit Kommunionkindern und Messdienern können die Homburger Pfarreien die Sternsingeraktion nicht bestreiten. Deshalb arbeiten die Pfarreien mit den Grundschulen zusammen: "Die Kinder müssen nicht unbedingt katholisch sein", erklärt Ansgar Hoffmann, "diese Aktion dient ja einem guten Zweck und ist eine schöne Sache für die Ökumene." Beispielland ist in diesem Jahr das afrikanische Land Senegal, "utub joon bu bees" heißt denn auch das senegalesische Leitwort des Dreikönigssingens, auf Deutsch: "Kinder finden neue Wege". Am Montag, 4. Januar, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin bereits die Sternsinger aus allen deutschen Bistümern empfangen. Die Diözese Speyer wurde dabei von vier Sternsingern aus der Pfarrei St. Johannes aus Rohrbach vertreten.

Sternsinger aus der Pfarreiengemeinschaft Homburg St. Fronleichnam durften gestern am Dreikönigstag am Empfang in der Staatskanzlei in Saarbrücken teilnehmen.

Meinung

Trister Alltag soll nicht sein

Von Merkur-MitarbeiterinChristine Maack

Die Vorweihnachtszeit wird dermaßen besungen und gefeiert, dass man am Ende froh ist, dass endlich die Festtage da sind. Die Nachweihnachtszeit hingegen wurde zu einem nüchternen Kehraus degradiert, an dem man die Tannenbäume rausschmeißt und zum tristen Winteralltag übergeht. Das entspricht nicht den guten alten Traditionen. Denn ein Höhepunkt der Weihnachtszeit ist auch der Dreikönigstag und die Woche, in die er fällt. Da wurde früher gefeiert, gelacht und Komödie gespielt. Und es gab sogar Geschenke. Eine Tradition, die in Italien und Frankreich noch gepflegt wird. Wenn die Geschäfte diese Chance wittern, könnte womöglich die einst fröhliche Nachweihnachtszeit endlich wieder zu Ehren kommen.

Auf einen Blick

Am kommenden Wochenende senden die Pfarreien St. Fronleichnam (Homburg), Mariä Himmelfahrt (Kirrberg) und Maria Geburt (Schwarzenacker) ihre Sternsinger aus. In St. Fronleichnam gestalten die Sternsinger am Sonntag, 10. Januar, um 11 Uhr den Gottesdienst mit und ziehen am Nachmittag von Haus zu Haus. In Mariä Himmelfahrt sind die Sternsinger am Samstag, 9. Januar unterwegs und am Sonntag, 10. Januar nach der Messe um 9.30 Uhr. In Maria Geburt werden die Sternsinger auch an beiden Tagen durch die Straßen ziehen.In Bexbach sind am 9. und 10. Januar die Sternsinger der Pfarrgemeinde St. Martin wieder in den Straßen von Bexbach, Kleinottweiler und Niederbexbach unterwegs. maa