Einig: Primstal soll doch selbständige Schule haben

Einig: Primstal soll doch selbständige Schule haben

St. Wendel/Nonnweiler. Der Grundsatzbeschluss ist gefasst. Die Erweiterte Realschule (ERS) in Primstal kann wie alle anderen im Saarland 2012 eigenständige Gemeinschaftsschule werden. Denn die Gemeinde Nonnweiler übernimmt die dadurch zusätzlichen Personalkosten. Einigkeit herrschte im Kreistag am Montagabend, diesen Weg zu gehen. Zahlreiche Lehrer und Eltern freute dies

St. Wendel/Nonnweiler. Der Grundsatzbeschluss ist gefasst. Die Erweiterte Realschule (ERS) in Primstal kann wie alle anderen im Saarland 2012 eigenständige Gemeinschaftsschule werden. Denn die Gemeinde Nonnweiler übernimmt die dadurch zusätzlichen Personalkosten. Einigkeit herrschte im Kreistag am Montagabend, diesen Weg zu gehen. Zahlreiche Lehrer und Eltern freute dies.Hintergrund: Kommendes Schuljahr werden ERS und Gesamt- zu Gemeinschaftsschulen. Der Gesetzentwurf des Saar-Bildungsministers Klaus Kessler (Grüne) sah zuerst vor, dass die beiden kleinsten ERS in Mandelbachtal und Nonnweiler keine Schüler mehr aufnehmen dürfen, damit auslaufen. Dagegen regte sich Widerstand. Nach einem Gespräch des Landrats Udo Recktenwald (CDU) und Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos) mit dem Minister lagen zwei Vorschläge vor: eine zunächst zeitlich befristete Gemeinschaftsschule, wenn der Landkreis die zusätzlichen Personalkosten von 15 Prozent übernimmt. Oder eine Außenstelle (Dependance) der Theleyer Gemeinschaftsschule, die Fünftklässler in Primstal aufnehmen darf.

Recktenwald lehnte die Kostenübernahme durch den Kreis ab, favorisierte die Dependance. Barth war dagegen. Dies biete keine Perspektive. So der Stand am am Freitag.

Bürgermeister Barth lud am Samstag kurzfristig die Sprecher der vier Fraktionen des Nonnweiler Gemeinderates ein. Ergebnis: Für sie ist eine Außenstelle keine Alternative. Sie stimmten dafür, dass die Gemeinde die mit einer Gemeinschaftsschule verbundenen Personalmehrkosten übernimmt. Ziel: eine eigenständige Gemeinschaftsschule in Primstal. Drei Jahre soll sie Zeit bekommen, ich zu beweisen. Die Kosten beziffert die Gemeinde auf 95 000 Euro. Damit war eine neue Ausgangslage geschaffen.

Dieser Vorschlag stieß im Kreistag auf einhellige Zustimmung. So sagte Recktenwald: "Ich schlage als Schulträger vor, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen." Für die SPD unterstrich Fraktionschef Magnus Jung: "Entscheidend ist die Botschaft, dass es in Primstal weitergeht. Was die Schule braucht, ist Sicherheit." Stefan Spaniol (CDU) unterstützte das Nonnweiler Angebot: "Ziel ist es, ein wohnortnahes Angebot zu erhalten." Bürgermeister Barth betonte, es gebe in Nonnweiler eine große Ent- und Geschlossenheit für die Schule. "Die Überzeugung ist groß, dass die Schule es schafft."

Der Kreistag fasste geschlossen den Grundsatzbeschluss. Details müssten in Verhandlungen mit dem Minister geklärt werden. Der Nonnweiler Gemeinderat soll während seiner nächsten Sitzung den entsprechenden Beschluss fassen.

Jetzt entscheiden die Eltern

Von SZ-RedakteurVolker Fuchs

Die Politik hat das Ihrige getan. Primstal wird Gemeinschaftsschule. Bürgermeister Franz Josef Barth und sein Gemeinderat bauten Landrat Udo Recktenwald sowie der CDU-Mehrheit mit der Kostenübernahme eine Brücke, über die sie gehen konnten. Gutes Krisenmanagement. Diese Lösung kann Vorbild für andere Schulstandorte sein, die wegen deutlich zurückgehender Schülerzahlen in den nächsten Jahren gefährdet sein könnten. Denn: Hätte der Landkreis jetzt die Zusatz-Kosten für Nonnweiler übernommen - mit welchem Argument hätte er diese später andernorts ablehnen sollen?

Die jetzt zumindest vorerst gerettete Ringwallschule in Primstal hat ein neues pädagogisches Konzept. Lehrer und Eltern sind stark engagiert und hoch motiviert. Ob dies fruchtet, wird sich in wenigen Monaten zeigen. Nämlich dann, wenn Eltern aus Nonnweiler ihre Kinder für die fünfte Klasse anmelden. Zwingen kann und darf man niemanden. Elternwille ist Elternwille. Die Eltern der künftigen Fünftklässler sollten aber der Schule zumindest so weit eine Chance geben, dass sie sich über ihr Angebot, ihr Konzept und ihre Ideen gründlich informieren. Und erst dann entscheiden.