"Eine Zecke kümmert sich nicht um Kreisgrenzen"

Homburg. Über die derzeitige Situation der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) hat am Mittwoch das Uniklinikum in Homburg gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und der Ärztekammer die saarländischen Mediziner informiert

Homburg. Über die derzeitige Situation der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) hat am Mittwoch das Uniklinikum in Homburg gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und der Ärztekammer die saarländischen Mediziner informiert. Vor drei Wochen hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin den Saarpfalz-Kreis zum ersten Risiko-Gebiet für den FSME-Virus im Saarland erklärt.

Erkrankung ernst nehmen

Der leitende Oberarzt des Instituts für Virologie am Uniklinikum Homburg, Dr. Jürgen Rissland, sagte, die FSME sei im Saarland kein neues Erkrankungsrisiko, wohl aber eines, das man ernst nehmen solle. Bereits 1995 seien in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern mit FSME infizierte Zecken gefunden worden, so Rissland. Bei einer Untersuchung im Vorjahr habe das Institut für Virologie dies auch im Saarpfalz-Kreis bestätigen müssen. Der Virus ist demnach schon längere Zeit in dieser Region vorhanden. "Eine Zecke kümmert sich nicht um Kreisgrenzen", sagte Rissland vor rund 70 Zuhörern, darunter niedergelassene Ärzte, Klinikumsmitarbeiter sowie Vertreter von Gesundheitsämtern und Krankenkassen. Daher betonte der Mediziner, dass es sehr wichtig sei, im ganzen Saarland bei Verdachtsfällen die FSME in Erwägung zu ziehen und entsprechende Laboruntersuchungen zu veranlassen.

"Die bisher registrierten Fälle konzentrieren sich auf die Stadt St. Ingbert mit St. Ingbert Mitte und den Ortsteil Rohrbach", erläuterte die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises Susanne Kasper in einem Vortrag. Bei zwei weiteren Erkrankungsfällen ziehe man als möglichen Infektionsort Bexbach oder den Bliesgau in Betracht, ergänzte sie. "Wir gehen allerdings von einer noch deutlich höheren Dunkelziffer für leichtere Krankheitsverläufe aus", erklärte Kasper. Alle von ihr vorgestellten sechs FSME-Fälle aus dem Zeitraum 2008 bis 2011 verliefen mit schweren Symptomen und mussten stationär behandelt werden. Dabei berief sie sich auf die Meldedaten des Gesundheitsamtes des Saarpfalz-Kreises. Alle, die sich oft wegen der Arbeit oder während der Freizeit im Freien aufhalten, sollten sich gegen die FSME impfen lassen, forderte Kasper.

zecken.de

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