1. Saarland

Eine Welt für alle Menschen

Eine Welt für alle Menschen

Wemmetsweiler. Vor 15 Jahren wurde auf Initiative von Kaplan Markus Schlich in der Kirche in Wemmetsweiler erstmals vor und nach den Gottesdiensten Transfair-Kaffee verkauft. Inzwischen haben 180 Kaffeeverkaufstage stattgefunden

Wemmetsweiler. Vor 15 Jahren wurde auf Initiative von Kaplan Markus Schlich in der Kirche in Wemmetsweiler erstmals vor und nach den Gottesdiensten Transfair-Kaffee verkauft. Inzwischen haben 180 Kaffeeverkaufstage stattgefunden. Auf Grund der außergewöhnlich hohen Nachfrage gründete sich schon bald der Arbeitskreis "Eine Welt" als Sachausschuss des Pfarrgemeinderates. Neben dem Verkauf von Transfair-Kaffee fanden auch andere Aktivitäten statt, die der Arbeitskreis organisierte. Durch die Unterstützung von vielen freiwilligen Helfern konnte der Arbeitskreis innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahre 41780 Euro an Misereor zur Weiterleitung nach Bolivien überweisen. In den ersten beiden Jahren unterstützten die ehrenamtlich Tätigen das Mühlenbauprojekt in Sopachuy; seit 1995 kümmern sich die Verantwortlichen um das Straßenkinderprojekt "Kinder nicht dem Elend überlassen" in El Alto. Präsenz zeigt der Arbeitskreis bei diversen Anlässen in der Region. So sind Vertreter des Arbeitskreises jährlich bei der Veranstaltung "Alles unter einem Dach" in der Begegnungsstätte dabei. An einem Verkaufsstand präsentieren sie fair gehandelte Lebensmittel und handwerkliche Artikel der Dritten Welt. Das Solidaritätsessen am Misereor-Sonntag in der Begegnungsstätte mit Suppen und Empanadas gehört schon zur Tradition; die Solibrot-Aktion in den Wemmetsweiler Bäckereien während der Fastenzeit ist sehr populär. Der Arbeitskreis pflegt rege Kontakte mit Bolivien durch Begegnungsreisen der Diözese Trier. Briefe kommen aus Bolivien, Bolivianerinnen nehmen für ein paar Tage oder Wochen an dem Leben der Mitglieder des Arbeitskreises "Eine Welt" teil und erzählen von ihrem Leben. Außerdem wurden Kontakte zu den Fremden im Ort aufgebaut, gemeinsame Feste gefeiert und den Frauen Deutschunterricht erteilt. Das 15-jährige Bestehen würdigte der Arbeitskreis gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern am Wochenende bei zwei Festgottesdiensten. Bei beiden Gottesdiensten wurde der Text "Tengo un Sueno! - Ich habe einen Traum!" vorgelesen, den zwei junge Bolivianer den Mitgliedern des Arbeitskreises 1995 bei einer Begegnungsreise übergaben. Im Anschluss an die Gottesdienste wurde im Nachbarschaftscaf&; des Senioren-Hauses Immaculata gefeiert. Fair gehandelte Artikel wurden zum Kauf angeboten; Filme über das Leben und Arbeiten in Bolivien wurden gezeigt. Eigens für die Kinder wurde eine Schmink-Ecke eingerichtet; Jung und Alt konnten außerdem beim Torwandschießen europameisterliche Akzente setzen. Der Erlös des Festes geht an das Straßenkinderprojekt in Bolivien.

Tengo un Sueon! - Ich habe einen Traum! (Text der Bolivianer) Ich habe einen Traum von einer neuen Welt, wo die Menschen in Brüderlichkeit und Frieden zusammenleben, wo das eine Volk das andere zutiefst respektiert, wo die verschiedenen Kulturen geachtet werden, wo der Fortschritt zu mehr Menschlichkeit führt. Ich habe einen Traum von der Einen Welt, wo es weder Unterdrückung noch Ausbeutung gibt, wo es keine Grenzen gibt und das Wort "Krieg" veraltet ist, wo es keine Vorurteile gibt zwischen den Völkern und keinen Neid, wo jedes Volk die Fremden aufnimmt, wo einer vom anderen lernen will, wo jedes Land seine eigenen Werte einbringt. Ich habe einen Traum von einer Erde, wo der Mensch im Einklang lebt mit anderen Wesen, wo der Mensch sich an der Natur erfreut und sie schützt, damit auch seine Kinder auf ihr leben können. Ich habe einen Traum von einer Welt, wo alle Menschen Geschister sind, vereint in Freitheit und Liebe und wo man Gott spüren kann. Wir haben einen Traum! (Zwei Bolivianer)