Eine wahre Innovation am St. Ingberter Beckerturm

Eine wahre Innovation am St. Ingberter Beckerturm

St. Ingbert. Ein ehrgeiziges Projekt hat Stefan Braun, Geschäftsführer des Innovationsparks am Beckerturm St. Ingbert, am Donnerstag im Sudhaus vorgestellt. Auf dem Gelände wird eine Bohrung niedergebracht. Und was für eine! Sagenhafte 1 500 Meter soll es in St. Ingberts "Unterwelt" gehen, um ein Geothermie-Projekt anzustoßen, das im Saarland einzigartig ist

St. Ingbert. Ein ehrgeiziges Projekt hat Stefan Braun, Geschäftsführer des Innovationsparks am Beckerturm St. Ingbert, am Donnerstag im Sudhaus vorgestellt. Auf dem Gelände wird eine Bohrung niedergebracht. Und was für eine! Sagenhafte 1 500 Meter soll es in St. Ingberts "Unterwelt" gehen, um ein Geothermie-Projekt anzustoßen, das im Saarland einzigartig ist. Ähnliche Pläne gab es schon einige, die gingen aber über die Antragseinreichung beim Oberbergamt nicht hinaus. In diesem Fall hatten die Planer des Projekts am Beckerturm unter der Federführung des Energieunternehmens Innax Glück, da dieses nicht unter das Bergrecht fällt. Grund sind die riesige Grundstücksgröße und die "grundstücksbezogene Nutzung", wie der Markscheider beim Oberbergamt Saarbrücken, Heinz-Georg Schramm, erklärt. Es müssen keine Anlieger um Genehmigungen gebeten werden und die "normalen Baustellengeräusche" für die Zeit der Bohrarbeiten liegen im normalen Rahmen, wie Stefan Braun erläutert. Er kann es kaum erwarten, bis es in acht Wochen wirklich los geht. Wie ein kleiner Junge freut er sich auf das "Abenteuer mit einem kalkulierbaren Risiko", wie er sagt. Seit acht Jahren heißt die Gewerbeansiedlung Innovationspark "und ich hatte so meine Probleme mit dem Wort, denn darunter stellt man sich was ganz Besonderes vor", so Braun. Nun sind die Wege aber genau in diese Richtung geebnet.Nutzung von Photovoltaik, Errichtung einer Glasfaserleitung zur Anbindung ans weltweite Netz und Ansiedlung von innovativen Unternehmen sind in letzter Zeit gelungen. Nun wird dem Ganzen mit der Nutzung der Erdwärme noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. "Ich möchte als Immobilienmann mit Innovationen nicht hintan stehen. Wir wollten die Heizkosten senken und die Firma Innax hat in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme gemacht. Das Ergebnis war niederschmetternd, aber es hat die Lösung gleich mitgeliefert. Und das Konzept war gut", ist Braun noch immer fasziniert. Thomas Giel, Vorstand des planenden Energieunternehmens Innax, sprach vor den 30 Zuhörern von 140 Prozent Wirkungsgrad, die man erreichen will. Man müsse bei der kostenlosen Erdwärme von geschätzten 45 Grad Celsius noch mit fossilen Brennstoffen zuheizen, aber trotzdem ist "es das Innovativste, was wir im Saarland haben." Die Mieter des Parks werden anfänglich nicht von der Energie-Ersparnis profitieren, "aber wir stabilisieren die Heizkosten damit", so Braun. Am kommenden Montag gibt es erst einmal 109 000 Euro vom Umweltministerium für das eine Million Euro teure Projekt.

Hintergrund

Mit Erdwärme werden die Energiekosten gesenkt, weshalb im St. Ingberter Innovationspark am Beckerturm eine Geothermiebohrung gemacht wird. Sie soll eine Tiefe von 1 500 Metern bei einem oberen Bohrlochdurchmesser von 80 Zentimetern erreichen. Es handelt sich um einen geschlossenen Bohrkreislauf mit einer Tiefensonde in Kombination mit zehn Gasabsorptionswärmepumpen. Kaltes Wasser wird in einem Rohr nach unten verbracht und erwärmt nach oben geführt. con