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Eine Stiftung für Nonnweiler

Eine Stiftung für Nonnweiler

Mit Beginn des Jahres firmiert die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH unter Nestlé Wagner GmbH. Das bedeutet für die Gemeinde Nonnweiler geringere Einnahmen durch die Gewerbesteuer. Um einen Ausgleich hierfür zu schaffen, wurde gestern in Nonnweiler eine Gemeindestiftung gegründet.

Betriebe in der eigenen Gemeinde zu haben, hat zwei Vorteile: Zum einen gibt es Arbeitsplätze direkt vor Ort, zum anderen ist die Gewerbesteuer eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde. 1968 hat Bäckermeister Ernst Wagner die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH in der Gemeinde Nonnweiler gegründet. Über die Jahre ist das Unternehmen stetig gewachsen, beschäftigt heute knapp 1500 Mitarbeiter. Das erfolgreiche wirtschaften der Firma kam über die Gewerbesteuer auch der Gemeinde zugute. Seit Beginn des Jahres firmiert das Unternehmen Wagner Tiefkühlprodukte GmbH unter Nestlé Wagner GmbH. Dadurch verbleibt weniger Gewerbesteuer in der Gemeinde Nonnweiler als früher. Um einen Ausgleich hierfür zu schaffen, wurde gestern im Mehrgenerationenhaus in Nonnweiler eine Stiftung gegründet. Bürgermeister Franz Josef Barth, die Vertreter der Gründerfamilie, Gottfried und Anette Hares, sowie die aktuellen Nestlé-Wagner-Geschäftsführer Thomas Göbel und Ralf Wagner unterschrieben die Urkunde der Gemeindestiftung Wagner Tiefkühlprodukte.

Verbundenheit zur Gemeinde

"Heute ist ein besonderer Tag", sagte Gottfried Hares, Geschäftsführender Gesellschafter der Wagner Holding GmbH. "Mit dieser Stiftung wollen wir die Verbundenheit mit der Gemeinde zum Ausdruck bringen." Es sollen künftig Angebote der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe oder auch Bildungs- und Sporteinrichtungen unterstützt werden. Die Gemeinde selbst habe kaum noch Möglichkeiten so genannte freiwillige Ausgaben zu tätigen, erklärte Bürgermeister Barth. Umso größer sei die Bedeutung der Stiftung für die Kommune. "Gemeinde hat viel mit Gemeinschaft zu tun", so Barth. Letztere wird auch in den kultur- und sporttreibenden Vereinen gepflegt. Ihnen komme die Stiftung zugute.

4,3 Millionen Euro betrage der Grundstock der Stiftung, der unantastbar ist, erklärte Thomas Göbel. Mit den Zinsen dieses Betrages können in Zukunft gemeinnützige Projekte finanziert werden. Damit die Gemeindestiftung sofort aktiv sein kann, steht ein Betrag von 200 000 Euro zur Verfügung. Konkrete Vorstellungen, wofür das Startkapital eingesetzt wird, gibt es noch nicht. Zuerst müsse sich der Stiftungsvorstand in einer Versammlung ordnungsgemäß gründen, so Barth. Dem Stiftungsvorstand gehören als so genannte geborene Mitglieder der Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler (jetzt Franz Josef Barth), der Geschäftsführer der Nestlé Wagner GmbH (jetzt Thomas Göbel) sowie ein Vertreter der Gründerfamilie des Unternehmens Wagner an. Letzterer wird von der Familie benannt. Vorgesehen für diesen Posten ist Gottfried Hares.

Neues Werk bald fertig

Dass sich die Gründerfamilie des Unternehmens Wagner und Nestlé dazu entschieden haben, eine Stiftung zu gründen, war nach Einschätzung von Bürgermeister Barth der "richtige Weg". Das sieht Gottfried Hares genauso. "Uns ging es nicht darum, ein markantes Gebäude zu errichten oder ein großes Projekt zu finanzieren. Die Stiftung soll langfristig das Gemeinwesen fördern und in die Zukunft investieren." In die Zukunft der Nestlé Wagner GmbH wird derzeit auch auf dem Firmengelände in Otzenhausen investiert. Nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Göbel fließen zirka 50 Millionen Euro in ein neues Werk, das jetzt im Sommer fertiggestellt wird. Hier entstehen 45 neue Arbeitsplätze.

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HintergrundGestern wurde in Nonnweiler die Gemeindestiftung Wagner Tiefkühlprodukte gegründet. "Es werden von der Stiftung ausschließlich gemeinnützige Projekte in der Gemeinde Nonnweiler gefördert", betonte Gottfried Hares, Geschäftsführender Gesellschafter der Wagner Holding GmbH. Außerdem gibt es seit zirka einem Jahr die Ernst-Wagner-Stiftung. "Sie dient vor allem der Kultur- und Jugendförderung im gesamten Landkreis", erklärte Anette Hares, Geschäftsführende Gesellschafterin der Wagner Holding GmbH. evy

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Auf einen Blick1968 wurde die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH von dem saarländischen Bäckermeister Ernst Wagner gegründet. Am 1. Januar 2005 stieg die Nestlé Deutschland AG mit einer Beteiligung von 49 Prozent bei Wagner ein, dieser Anteil wurde 2010 auf 74 Prozent erhöht. Seit Januar diesen Jahres firmiert das Unternehmen unter Nestlé Wagner GmbH. Derzeit sind hier knapp 1500 Mitarbeiter beschäftigt. Im Sommer werden die Arbeiten an einem neuen Werk in Otzenhausen abgeschlossen. Dadurch entstehen weitere 45 Arbeitsplätze. red