1. Saarland

Eine Spinne zum Knuddeln

Eine Spinne zum Knuddeln

Die Kunstschule Kassiopaia aus Völklingen unternimmt mit der Reisespinne Roswitha derzeit Ausflüge zu Kindern aus den Stadtteilen. Diesmal war die Waldschule in Fürstenhausen Station.

Mittwochnachmittag auf dem Hof der Waldschule in Fürstenhausen: Nachdem die Kassiopeia-Mitarbeiterinnen Anke Bier, Nadja Bender und Aileen Maier die 40 Jungs und Mädchen mit Namensaufklebern versorgt haben, geht es los. Diesmal dreht sich bei der Stadtteilreise der Kinder- und Jugendkunstschule alles um die Reisespinne Roswitha.

Die Umfrage im Sitzkreis zeigt: Einige Schüler fürchten sich vor Spinnen. Andere mögen die kleinen Krabbler, weil sie auf der Haut kitzeln. "Ich finde die Tiere toll", sagt Philipp. Die Reisespinne Roswitha, erzählt Anke Bier, lebte früher im Keller. Irgendwann wurde ihr das Fliegenfangen langweilig. Sie baute sich ein mobiles Spinnennetz und ging auf Reisen. Na klar, solch ein cooles Netz wollen auch die Kinder basteln. Schnell sind die ersten Äste mit Draht zu einem Rahmen verknüpft. Zwischendurch spendiert Kassiopeia erfrischende Getränke. "Der Tee schmeckt voll lecker", ruft Hivan.

Aber warum bleibt die Spinne eigentlich nicht in ihrem eigenen Netz hängen? Anna kennt den Trick: Es gibt auch Fäden, die nicht klebrig sind. Auf ihnen kann sich das Tier problemlos bewegen. Fleißig spinnen die Kinder Wollfäden, immer enger werden die Maschen. Das Kassiopeia-Team erklärt geduldig, hilft, wenn es mal hakt. Und natürlich gibt's jede Menge Lob für die Nachwuchsweber: "Toll gemacht! Klasse!"

Jetzt zeichnen die Kinder ihre Spinne aufs Papier. "Malt die Beine nicht zu dünn", rät Nadja Bender. Schließlich sollen sie beim Ausschneiden nicht abbrechen. Ein paar Minuten später hängen die Spinnen im Netz: Sie sind schwarz, gelb oder grün. Einige tragen ein Kreuz auf dem Bauch, andere werden bereits mit Namen gerufen.

"Die Spinnen haben mehr Angst vor uns als wir vor ihnen", vermutet ein Junge. Das lebende Krabbeltier, das sich in Chiaras Netz verfängt, braucht sich nicht zu fürchten. Behutsam trägt das Mädchen die winzige Spinne zum Grün am Schulhofrand. Mit einem vorsichtigen Pusten wird sie in die Natur zurückgeschickt. Die gebastelten Spinnen sind mittlerweile ebenfalls reisebereit. Stolz nehmen die Kinder die Tiere und Netze mit nach Hause.

Die Stadtteilreise der Wehrdener Kunstschule Kassiopeia ist eine Spiel- und Mitmachaktion für Kinder. Im Mai und Juni machte das Team an Völklinger Grundschulen Station. Nachdem die Stadt Völklingen ihre finanzielle Unterstützung beendet hatte, sprangen Sponsoren ein (wir berichteten).