1. Saarland

Eine Partynacht wie in den 80ern

Eine Partynacht wie in den 80ern

Primstal. Mit geschlossenen Augen hätte man vermuten können, dass Phil Collins sich zu einem Comeback entschlossen hätte, und seine "Going Back-Tour" in Primstal starten würde. Die wieder geöffneten Augen raubten den Besuchern schnell diese Illusion. Machte aber gar nichts

Primstal. Mit geschlossenen Augen hätte man vermuten können, dass Phil Collins sich zu einem Comeback entschlossen hätte, und seine "Going Back-Tour" in Primstal starten würde. Die wieder geöffneten Augen raubten den Besuchern schnell diese Illusion. Machte aber gar nichts. Die verblüffende Ähnlichkeit der Stimme des Still Collins-Sängers Sven Komp, gab vielen das Gefühl ein richtiges Konzert von Phil Collins oder Genesis mitzuerleben."No Son of mine" eröffnete den Abend voller Ohrwürmer. Zu "You'll be in my Heart" schwenkten die Zuhörer ihre freien Arme, verliebte Pärchen schlugen bei "Against all odds" den Kuschelkurs ein. "Wir wollen nicht so viele Schmusesongs spielen, es auch ein bisschen krachen lassen", versprach Frontmann Komp. Elektrisierend, und mit einem gigantischen Mienenspiel interpretierte der Lockenkopf im Duett mit der aus Hermeskeil stammenden Sängerin Meike Anlauff, die 80er Partyhits "Easy Lover" und "Separate Lives". Selbst der Quantensprung vom Edel-Pop zum Art-Rock in die experimentelle Frühphase von Genesis passte. Zu Zeiten von "The lamb lies down on Broadway" saß Mister Collins noch hinter dem Schlagzeug.

"Die uralten Sachen von Genesis sind richtige Klassiker", freute sich Hartwig Naumann aus Sotzweiler, über das Erklingen des sphärenartigen und bombastischen Progressive-Rockstückes. Peter Gabriels markante Stimme prägte damals den Sound der Band, dessen Solonummern "Solsbury Hill" und "Sledgehammer" das Publikum frenetisch abfeierte. Dagegen versendete sich mit "Heatwave" die letzte Collins-Single unbemerkt in der Halle. Fast predigend flehte Komp "Jesus he knows me", Schlagzeuger Markus Littfinski kündigte orkanartig "In the Air tonight", den emotional unter die Haut gehenden Höhepunkt des Abends, an. "Der Song ist natürlich ein Muss. Ansonsten variieren wir immer etwas das Programm. Der Stoff geht uns nie aus", erklärte der gut gelaunte Sänger.

"Land of Confusion"

Zur Zugabe stand er plötzlich als Elvis mit Latex-Tolle und Sonnenbrille auf der Bühne. Komp wollte seine famose Kapelle vorstellen. Die Musiker erschienen verkleidet als Albert Einstein, Mr. Spock, Prince Charles, Michael Schumacher und Meike Anlauff als Freiheitsstatue. Es herrschte Land unter, besser gesagt "Land of Confusion". Still Collins sind halt immer für eine Überraschung gut. Denn nicht mit den erwarteten Chartknallern "Mama", oder "I can't dance", sondern mit dem 70er-Kultsong "The Carpet Crawlers" schloss die Band das zweieinhalbstündige Zeitfenster des Soundtracks in die Vergangenheit.

"Das Konzert war sehr gelungen. Die Stimmen waren genial", meinte Kerstin Dewes aus Nonnweiler. Komp bedankte sich am Ende atemlos. "Hier in Primstal ist es super. Toll, dass wir auf unserer Jubiläumstour hier spielen durften". Hierher würde er jederzeit gerne zurückkehren..