1. Saarland

Eine Leiche im Wohnzimmer

Eine Leiche im Wohnzimmer

Holz. Jeweils 126 Zuschauer verbrachten am Samstag und Sonntagabend im ausverkauften katholischen Pfarrheim Holz vergnügliche Stunden, als die Komödie Holz ihr neues Stück "Wohin denn bloß mit Klunker-Jack" aufführte. Die Gaunerkomödie des jungen Berliner Autors Andreas Keßner begeisterte durch Wortwitz und rasantes Tempo

Holz. Jeweils 126 Zuschauer verbrachten am Samstag und Sonntagabend im ausverkauften katholischen Pfarrheim Holz vergnügliche Stunden, als die Komödie Holz ihr neues Stück "Wohin denn bloß mit Klunker-Jack" aufführte. Die Gaunerkomödie des jungen Berliner Autors Andreas Keßner begeisterte durch Wortwitz und rasantes Tempo.

Zum Inhalt: Ein Gaunertrio um Großmutter Hermine Schwarz (gespielt von Maria Scheidhauer), Mutter Johanna (Martina Schäfer) und Tochter Gina (Fee Pfeifer) kehrt nach zehnjährigem Gefängnisaufenthalt wegen eines Juwelendiebstahls nach Hause zurück und will mittels der gut versteckten Beute das Leben genießen. Wenn da bloß dieser lästige Kommissar Seitz (Norbert Fuchs) nicht wäre, der einfach keine Ruhe geben will, bis er die Juwelen gefunden hat. Und dann ist da auch noch eine neugierige Nachbarin, Ilse Klammroth (Claudia Mandt-Pfeifer), die ebenfalls dauernd auf der Matte steht. Die größten Schwierigkeiten bereitet dem Gaunertrio jedoch "Klunker Jack" (Jana Scholer), der die Drei damals bei der Polizei verpfiffen hatte. Jener Verräter sitzt nun mitten im Wohnzimmer der Familie Schwarz auf der Couch - mit einem frischen Einschussloch im Herzen. Wer hat ihn umgebracht? Und wieso hat der Mörder ihn auf die Couch der Familie Schwarz gesetzt? Das waren die spannenden Fragen, mit denen sich das Publikum beschäftigte. Der Mörder wird allerdings noch nicht verraten, weil das Stück noch zweimal aufgeführt wird.

Esprit zeigte der glänzend agierende Holzer Internist Dr. Norbert Fuchs. Fast jede seiner Aktionen und fast jeder seiner Sätze wurde vom Publikum mit lautem Lachen und Szenenapplaus quittiert. Stark auch das Spiel von Maria Scheidhauer, die eine Matriarchin mit Eloquenz und Dominanz gab. Auch Claudia Mandt-Pfeifer imponierte durch ihr wandlungsfähiges Spiel und klare Artikulation. Ein Sonderlob gebührt der Debütantin Jana Scholer in der Rolle des "toten" Klunker-Jack, die ständig durch die Wohnung und den Garten geschleppt wurde, damit der Kommissar sie nicht zu Gesicht bekam. 90 Minuten lang "tot" zu sein, keine Miene dabei zu verziehen und dennoch tatkräftig mitzuwirken, dass alles ein gutes Ende findet - Chapeau!

Auf einen Blick

Die Akteure im Hintergrund: Regie: Heidi Krächan. Souffleuse: Karin Scholer. Bühnenbau und Technik: Manfred Fecht. Weitere Aufführungstermine: Samstag und Sonntag, 20. und 21. November, jeweils 20 Uhr im Pfarrheim. Karten zum Preis von acht Euro das Stück gibt es bei Schreibwaren Altmeier am Holzer Marktplatz. dg