1. Saarland

Eine Hommage für eine treue KatzeHarald Ley:Mein Katz

Eine Hommage für eine treue KatzeHarald Ley:Mein Katz

Bosen. Georg Fox, Mitglied der Bosener Gruppe, sagt zu dem prämierten Text von Harald Ley (Foto: Bosener Gruppe): "Es ist sicherlich ein ungewöhnliches Gedicht, mit dem Harald Ley das Sterben seiner Katze Helene beschreibt

Bosen. Georg Fox, Mitglied der Bosener Gruppe, sagt zu dem prämierten Text von Harald Ley (Foto: Bosener Gruppe): "Es ist sicherlich ein ungewöhnliches Gedicht, mit dem Harald Ley das Sterben seiner Katze Helene beschreibt. Das Tier, welches sonst ein Synonym für Lebendigkeit, Jagdtrieb und Anschmiegsamkeit war, wird holzschnittartig skizziert mit Gedanken, bei denen man den Tod ganz nah spürt." Ley lebe und leide mit dem Tier, er begleite es mit seinem Mitgefühl, auch wenn von manchem Menschen gesagt wird, es sei doch "nur" eine Katze, die da stirbt. Bei Ley liest sich das laut Fox anders. Er beschreibe die Katze als bemitleidenswert, zugleich aber ausgestattet mit einer Geduld wie kein Mensch. Die Katze "dauert" ihn, weil sie ein Teil seines Lebens war. Sie war ein Stück des Mundartlebens und verdiene deshalb einen Text voller Poesie und Traurigkeit. Besonders eindrucksvoll sei die mundartliche Wendung: "Mei Katz geht sterwen". Der Mundartautor Georg Foxsagt dazu: "Es ist die typische Ausdrucksform des Saarländers, der bei so vielen Vorgängen die Bewegung sieht. Ein Katzenleben, ein Mundartleben."In ihrem Bosener Manifest hat sich die Arbeitsgemeinschaft für rhein- und moselfränkische Mundart zum Ziel gesetzt, die Mundarten der Region in ihrer herausragenden Wertigkeit und Schönheit darzustellen. Als eine der selbstverständlichen Konsequenzen hieraus soll die Dialektsprache als Möglichkeit einer anspruchsvollen literarischen Gestaltungsform präsentiert werden. Preiswürdige Texte werden auf Vorschlag der Mitglieder der Bosener Gruppe ausgewählt und juriert. Einziges Entscheidungsmerkmal ist die literarische Qualität eines Textes. Zur Bosener Gruppe gehören die Mundartautoren Johannes Kühn, Georg Fox, Relinde Niederländer, Ute Zimmermann, Bruno Hain, Gisela Bell, Manfred Pohlmann, Hans Walter Lorang und Jean-Louis Kieffer. red De Aauen treif, de Ohren zou, de Krallen stomp, et Fell verroppt, all Grääten kromm. Enn Pein wie't Leiden Christi. Onn doch Gedold äss wie kään Minsch, kään Gejòòmer, kään Geschrei. Mein Katz äss wäärt'n Minsch, se duurt meich, mein alt Katz. Mein Katz geht sterwen.