1. Saarland

Eine "Begegnung der besonderen Art"

Eine "Begegnung der besonderen Art"

Saarlouis. Eigentlich ist Burkhard Welsch in Saarlouis als Architekt bekannt. Jetzt trat er als Komponist des Musicals "Ophelia" ins Rampenlicht und krönte mit dieser Uraufführung sein fast 20-jähriges, bisher nicht veröffentlichtes musikalisches Schaffen

Saarlouis. Eigentlich ist Burkhard Welsch in Saarlouis als Architekt bekannt. Jetzt trat er als Komponist des Musicals "Ophelia" ins Rampenlicht und krönte mit dieser Uraufführung sein fast 20-jähriges, bisher nicht veröffentlichtes musikalisches Schaffen.Ophelia, aus Shakespeares "Hamlet" bekannt, ist in diesem Fall eine junge Reisejournalistin, die sich im Gebirge von Australien in Jean Louis, den umjubelten Modedesigner verliebt. Das findet seine Verlobte, das Topmodel Furonia, nicht lustig. Die Ränkespiele nehmen ihren Lauf.

Das Publikum musste sich mit einem "Preview" (Vorschau) zufriedengeben. Es wurden lediglich zwölf von 23 Songs (Arrangement Professor Everard Sigal am Flügel) vorgetragen. Die Texte schrieb Gabriele Hansemann aus Nürnberg. Im nächsten Jahr soll das ganze Werk aufgeführt werden, kündigte Heike Breitenmoser vom Saarlouiser Kulturamt an. Unterhaltsam hatte sie durch den Abend geführt. Als Sänger standen Sabine Becker, Mezzosopran, Inna Herrmann, Sopran, und die Tenöre Luciano di Gregorio, Tobias Rößler, (als Gast) Vincenzo di Rosa auf der Bühne. Effektvoll begleitet wurden sie von Andreas Puhl, Keyboard, Tobias Paul, Geige, Felix Heidrich, Bass, Matthias Nicola, Gitarre, und Kolja Koglin, Schlagzeug.

Intrigante Furonia

Den Einstieg machte Inna Herrmann mit "I had a dream". Die diplomierte Bühnendarstellerin der Stage School in Hamburg spielte die Hauptrolle im Abba-Medley "Mamma, come together". In "Ophelia" interpretiert sie den Charakter der intriganten Furonia. Sabine Becker verkörpert Ophelia, die mit anständigen Mitteln um den Geliebten kämpft. Sie verlieh den Songs wie "I feel freedom" ihr eigenes Pathos. Beckers variabler Mezzosopran ist bekannt. Sie hat ihren eigenen Rock-Pop-Chor "New Generation" und ist mit dem Damen-Trio "Amicelli" unterwegs.

Das Musical lebt von unerwarteten Phrasen, Zäsuren, wechselnden Vorzeichen, Takten, Rhythmen und Stimmungslagen, was den Sängern viel abverlangt. Gefordert waren somit auch die Tenöre Luciano Di Gregorio und Tobias Rößler. Sie stellten in der Aufführung den umschwärmten "Big Boss" dar. Rößler hatte einen Teil der Songs übernommen und fiel auf durch einfühlsame Interpretationen sowie ein gedämpftes, voluminöses Timbre. Er forcierte seine Stimme nicht so sehr wie sein Gesangskollege, der seit zehn Jahren am Operettenhaus Hamburg engagiert ist. Als Gast sang auch Vincenzo Di Rosa zwei Titel.

Kreatives Cross-Over

Den zweiten Programmteil bestritten Rößler und seine Saarlouiser Band "Fourtissimo". Ihr fetziges, unglaublich kreatives Cross-Over, verjazzte klassische Musik und softer Pop Rock, war umwerfend. Der 23-jährige Musikstudent ist als Pianist, Komponist, Gitarrist und Sänger brillant. Aber seine Freunde Tobias Paul, Geige, Felix Heidrich, Bass, und Kolja Koglin, Schlagzeug, sind es ebenso.