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Eine Ära geht nach 26 Jahren zu Ende

Eine Ära geht nach 26 Jahren zu Ende

Oberkirchen. Recht unspektakulär ging für das Oberkirchener Blasorchester Volkshauskapelle eine Ära zu Ende. Nach mehr als zweieinhalb Jahrzehnten nahm Dirigent Alfred Uhl seinen Abschied. Zum Ende der diesjährigen Kirmes führte er zum letzten Mal die Volkshauskapelle als Dirigent an

Oberkirchen. Recht unspektakulär ging für das Oberkirchener Blasorchester Volkshauskapelle eine Ära zu Ende. Nach mehr als zweieinhalb Jahrzehnten nahm Dirigent Alfred Uhl seinen Abschied. Zum Ende der diesjährigen Kirmes führte er zum letzten Mal die Volkshauskapelle als Dirigent an. Mit ihrer wöchentlichen Probe am vergangenen Freitag verabschiedeten sich die Musiker mit mehreren Liedern offiziell von ihrem Dirigenten, der erstmals als reiner Zuhörer dabei war. Als Anerkennung für seine langjährigen Dienste und sein Engagement ernannten sie ihn zum Ehrendirigenten.Die Volkshauskapelle, die am 10. Mai 1945 von Pastor Peter Haus gegründet wurde, hatte in all den Jahren nur zwei Dirigenten. Alfred Uhl hatte diese Tätigkeit 26 Jahre inne. 1985 übernahm er den Dirigentenstab von Karl Kilburg, der die Kapelle 30 Jahre lang dirigiert hatte. "Nur zwei Dirigenten in all den Jahren, das ist schon etwas Besonderes", meint Marko Schmitt, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Doch Alfred Uhl war schon lange vor dieser Zeit musikalisch tätig: Seit 52 Jahren ist er aktives Mitglied der Volkshauskapelle, den ersten Auftritt hatte er bereits im Alter von neun Jahren. Die Jahre mit Alfred Uhl seien eine sehr schöne Zeit gewesen, erklärt Schmitt, und auch deshalb hätten viele sich einen etwas feierlicheren Abschied gewünscht. Doch vielleicht passt gerade dies zu Uhl, der sich eher bescheiden zeigt angesichts des Lobes und der Ehrung seiner Musiker.

Vor zwei Jahren habe er den Entschluss gefasst, mit 60 aufzuhören, erklärt er. "Es waren 26 Jahre, die viel Schönes brachten, aber auch sehr anstrengend waren", meint er. "Es war immer auch viel Anspannung dabei." Dass er als Dirigent aufhöre, bedeute allerdings nicht, dass er auch der Volkshauskapelle den Rücken kehre, betont er. Doch er freue sich auch darauf, freitags und sonntags erst einmal etwas anderes zu tun als immer zu proben, sich endlich auch seiner Frau wieder mehr widmen zu können. "Das war auch ein Grund, aufzuhören", erklärt er. "Wir haben für die Kapelle viel zurückgestellt. Als Dirigent muss man immer da sein."

Mit dem Abschied von Alfred Uhl beginnt eine neue Zeit für das Blasorchester. Beide Dirigenten kamen aus den eigenen Reihen, nun wird ein neuer Dirigent von der Musikschule in St. Wendel die Kapelle anführen. "Wir müssen sehen, wie er zu uns passt und wir zu ihm", meint Marko Schmitt. All die Jahre, an die tausend Proben und Hunderte von Auftritten schüttele man nicht einfach so ab. Alfred Uhl hingegen sieht dies auch von der anderen Seite. Er empfinde keine Wehmut, erklärt er, denn das Ende als Dirigent bedeute ja nicht auch ein Ende seiner Mitgliedschaft. Vielmehr sei nun eine Last von ihm genommen. "Es steckte immer viel Verantwortung dahinter. Außerdem ist es an der Zeit, dass jemand Neues die Kapelle anführt." Er werde aber aktives Mitglied bleiben, meint Uhl, der Querflöte und Piccoloflöte spielt, und er plant auch weiter: "Vielleicht lerne ich noch ein neues Instrument." rea