1. Saarland

Einblicke in die Waldwirtschaft

Einblicke in die Waldwirtschaft

Manuel Velasquez und Ruben Dario Gomez sind Mitglieder einer Gruppe Bolivianer, die auf Einladung des Bistums Trier in Deutschland unterwegs sind, um Erfahrungen im Klima- und Umweltschutz zu sammeln.

Von weit her angereisten Besuch hatten in diesen Tagen die beiden Eppelborner Förster Ingo Piechotta und Roland Wirtz. Über 10 000 Kilometer entfernt von ihrer Heimat Bolivien wollten Manuel Velasquez und Ruben Dario Gomez im Saarland Informationen und Erfahrungen zur ökologischen und naturnahen Waldwirtschaft sammeln. Der im Umweltschutz und im Schutz der indigenen Völker Boliviens engagierte Soziologe Velasquez und der Psychologe, Journalist und Landwirtschaftsforscher Gomez sind Mitglieder einer Gruppe Bolivianer, die auf Einladung des Bistums Trier in Deutschland unterwegs sind, um Erfahrungen im Klima- und Umweltschutz zu sammeln. Das teilt das Bistum mit.

In Eppelborn ging es zunächst um die Gehöferschaft, einen Wald, seit 175 Jahren im Besitz einer Genossenschaft. Förster Piechotta erklärte bei seinem Besuch vor Ort die Methoden einer nachhaltigen Holznutzung, etwa in einer Weihnachtsbaumkultur, er erklärte das Prinzip der Naturverjüngung und die Bestrebungen, den Laubholzanteil zu steigern. Die bolivianischen Gäste waren an dieser Station ihres Besuches besonders erstaunt darüber, mit wie wenig Personal die Bewirtschaftung des Waldes in Deutschland funktioniert. Nach einem zünftigen Mittagessen zusammen mit Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und Katja von Bünau, die den Besuch in Eppelborn vorbereitet hatte und begleitete, ging es mit Förster Wirtz in den Staatsforst zwischen Eppelborn und Dirmingen. Wirtz stellte die moderne forstwirtschaftliche Methode vor, die das Prinzip eines Urwaldes ohne Eingriff des Menschen mit denen eines reinen Wirtschaftswaldes verbindet. Dabei werde kein Kahlschlag mehr gemacht und uralte Bäume blieben stehen, weil viele Tier- und Pflanzenarten diese Bäume brauchten. Gleichzeitig werde durch diese Methode der Waldboden mit seiner Flora und Fauna erhalten, was eine Bodenerosion durch Wasser vermeide. Gerade dieser Punkt traf bei den bolivianischen Fachleuten auf großes Interesse. Sie haben es in Bolivien oft mit Kahlschlägen zu tun, erst vor kurzem sei eine Behörde geschaffen worden, die illegalen Holzeinschlag verhindern soll. Die Gewinne durch den Anbau von Soja oder Koka würden viele Brandrodungen mit sich bringen, erklärten die Besucher, die sich an diesem Tag für Eindrücke bedankten, "die völlig anders sind als in unserer Heimat". Es sei sicher spannend, auch in Bolivien andere Organisationsformen für die Forstwirtschaft auszuprobieren, wie das in Deutschland üblich sei.

Katja von Bünau, die für die Bolivien-Partnerschaft des Bistums die Gruppe begleitete, war erfreut über das Interesse aller Seiten an dem Austausch. Sicher seien die hier üblichen Methoden nicht eins zu eins übertragbar, aber der Austausch und die dadurch möglichen Anregungen seien ein Teil "unserer globalen Verantwortung". Schuld am Klimawandel seien ja eher die alten Industriestaaten in Europa und Nordamerika. Die bolivianischen Gäste seien deshalb sehr interessiert an der Frage, was hier bei uns zum Klimaschutz unternommen werde.

Zum Programm gehörten auch ein Besuch bei Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer, im "Urwald vor den Toren der Stadt", im Biosphärenreservat Bliesgau und bei Projekten des Nabu in Lebach.