Ein Weg, in dem viel Arbeit steckt

Ein Weg, in dem viel Arbeit steckt

Hangard. "Der Weg, den Sie hier sehen, war ein Abhang, da konnte keiner durchgehen", erklärt Valentin Peter und deutet auf die kleine Schlucht unter der Holzbrücke. Entlang der Schlucht schlängelt sich ein Teil des Brunnenpfades zum Zimmermannsfelsen und führt entlang der Oster nach Hangard zurück

Hangard. "Der Weg, den Sie hier sehen, war ein Abhang, da konnte keiner durchgehen", erklärt Valentin Peter und deutet auf die kleine Schlucht unter der Holzbrücke. Entlang der Schlucht schlängelt sich ein Teil des Brunnenpfades zum Zimmermannsfelsen und führt entlang der Oster nach Hangard zurück. Während der Wind pfeift und Regentropfen auf das Laub prasseln, lauscht die Jury des saarländischen Waldpreises (siehe Hintergrund) Peters Ausführungen - mit dabei ist auch Staatssekretär Klaus Borger.Peter ist Koordinator der Projektgruppe Brunnenpfadfreunde Hangard, die den Brunnenpfad angelegt hat. Im Oktober 2008 ist der Weg als erster Premium-Wanderweg im Landkreis Neunkirchen zertifizert worden. "Ob Brunnen oder idyllische Plätze - es gab viele Schönheiten im Wald, die aber nur schwer zugänglich waren", erinnert sich Peter. Eine Herausforderung für die rund 20 Ehrenamtlichen, die im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts entstanden ist. Die Gruppe hat rund 15 Kilometer Weg neu angelegt oder wiederhergestellt, zahlreiche Brunnen renoviert, Brücken und Treppen gebaut, Infotafeln und Ruhebänke aufgestellt, Wandertafeln ausgearbeitet - 8000 ehrenamtliche Stunden sind so zusammengekommen.

Ein unvergleichbares Engagement, meint Peter, das nicht nur den Wald, sondern auch das Dorf verändert hat. "Da war plötzlich ein Treiben, die Leute haben ständig gefragt, wie weit wir sind. Es kamen immer mehr Freiwillige, die helfen wollten - sogar aus Münchwies und Frankenholz." Aber auch die Stadt Neunkirchen habe sich bis heute sehr engagiert und den größten Teil des Materials zur Verfügung gestellt, lobt Peter "Uns war es immer wichtig, etwas für die Lebensqualität und die spätere Generation zu tun. Wir haben auf Unterstützung gehofft, aber kein Anspruchsdenken gegenüber den Behörden gehabt", sagt Peter. Diese Erzählungen hinterlassen Eindruck - auch bei der Jury, die mehrmals nachfragt.

25 Paten behalten die 25 Kilometer Wegstrecke von Brunnenpfad und Schauinslandweg, der vor einem Jahr eingweiht wurde, im Auge. "Sie beseitigen Müll, melden Waldschäden und unterhalten sich mit Wanderern", sagt Peter. Heute sind bereits 48 Leute Mitglied der Gruppe, der jüngste ist 15, der älteste über 80 Jahre alt.

Meinung

Engagement, das unbezahlbar ist

Von Maria WimmerIn der Regel werden saarländische Premium-Wanderwege von den Kommunen angelegt. Hangard ist da eine Ausnahme. Was die Brunnenpfadfreunde hier auf die Beine gestellt haben, ist bemerkenswert. Die Stadt musste lediglich das Material zur Verfügung stellen. Den Großteil der Arbeit - Wege anlegen, Hütten bauen, Brunnen renovieren, Bänke und Infotafeln aufstellen - haben Ehrenamtliche "erledigt". 8000 Stunden haben sie im Wald verbracht - Arbeit, die in Geld unbezahlbar ist. So ist ein Premium-Wanderweg entstanden, der zahlreiche Touristen anlockt - wovon die lokale Gastwirtschaft profitiert. Auch die Hangarder selbst profitieren davon, dass unwegbares Gelände in einen attraktiven Wanderweg verwandelt wurde - und das direkt vor der Haustür. Dieses Engagement hat eine Auszeichnung - zum Beispiel in Form des Waldpreises - verdient.

Hintergrund

Mit dem saarländischen Waldpreis zeichnet das Umwelt-Ministerium Projekte aus, die sich um den Wald verdient gemacht haben. Er ist in drei Kategorien ausgeschrieben: Privat- und Kommunalwaldbesitzer (9 Bewerber), Bildungsprojekte (10) sowie Vereine, Verbände und Privatpersonen (7). In letzerer Kategorie, in der sich auch die Hangarder bewerben, erwartet den Gewinner ein Geldpreis von 2500 Euro. Bewertet werden der nachhaltige Nutzen als Lebens- und Erholungsraum sowie das bürgerliche Engagement. Die Gewinner werden am 2. Oktober vorgestellt. red

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