Ein Unentschieden, zwei Gewinner

Aschbach. Montagabend, 19.14 Uhr im Waldstadion in Aschbach. Schiedsrichter Joachim Neis aus Theley pfeift das letzte Spiel der Entscheidungsrunde um den Aufstieg in die Fußball-Landesliga Nordost zwischen dem SV Hofeld und dem TuS Hirstein ab. Die Hirsteiner Spieler in ihren roten Trikots reißen jubelnd die Arme hoch

Aschbach. Montagabend, 19.14 Uhr im Waldstadion in Aschbach. Schiedsrichter Joachim Neis aus Theley pfeift das letzte Spiel der Entscheidungsrunde um den Aufstieg in die Fußball-Landesliga Nordost zwischen dem SV Hofeld und dem TuS Hirstein ab. Die Hirsteiner Spieler in ihren roten Trikots reißen jubelnd die Arme hoch. Die Akteure des SV Hofeld in ihren grün-weißen Trikots jubeln ebenso über den Ausgang des Spiels, das 2:2 unentschieden endete. Großer Jubel auf beiden Seiten? Wie kommt denn so etwas? Punktgleich hatten der SV Aschbach, der SV Hofeld und der TuS Hirstein nach Abschluss der Saison in der Fußball-Bezirksliga Nord auf den Plätzen vier bis sechs gelegen. Da aber nur die Plätze vier und fünf direkt zur Qualifikation zur Landesliga berechtigen (der Sechste muss in die Relegation), war eine Entscheidungsrunde um die zwei Qualifikations-Plätze notwendig geworden. Die ersten beiden Spiele zwischen dem SV Aschbach und dem TuS Hirstein, sowie zwischen dem SV Aschbach und dem SV Hofeld endeten jeweils 1:1 unentschieden. So ergab sich vor dem letzten Spiel zwischen den Lokalrivalen Hofeld und Hirstein in Aschbach eine kuriose Konstellation: Mit einem 2:2-Unentschieden hätten sich sowohl Hofeld wie auch Hirstein wegen der mehr erzielten Tore gegenüber Aschbach direkt für die Landesliga qualifiziert. Und genau so endete die Begegnung vor 350 Zuschauern in Aschbach dann am Ende auch. So gab es nach dem Schlusspfiff bei allen 22 Akteuren Jubel über die Landesliga-Qualifikation - und Pfiffe der Zuschauer. "Es gab keine Absprache", betont Christian Schwan, gemeinsam mit Mike Eschenbrenner Spielertrainer beim TuS Hirstein. "Man hat von Beginn an gesehen, dass beide Mannschaften nicht auf ein 2:2 spielten", sagt auch Thomas Alt, scheidender Spielertrainer des SV Hofeld nach seinem letzten Spiel für die Grün-Weißen. "Dass beide Teams nach unserem 2:2-Ausgleichstreffer eine Viertelstunde vor Schluss nicht mehr viel riskierten, war aber auch klar", so Alt. Nach diesem Treffer nahmen beide Kontrahenten in der zuvor intensiv geführten Partie das Tempo raus und versuchten, den Ball vorwiegend in den eigenen Reihen zu halten. Von den Aschbacher Anhängern unter den Besuchern gab es "Buh"-Rufe zu hören. Auch die Aschbacher Spieler waren sauer: "Ich wusste schon vorher, dass das hier 2:2 ausgeht. Das ist ein Witz", ärgerte sich SVA-Torjäger Daniel Thewes, der mit 30 Treffern Torschützenkönig der Bezirksliga Nord wurde. Thewes und seine Aschbacher Teamkollegen hatten zuvor von den Zuschauerrängen aus gesehen, wie Hofeld im ersten Spielabschnitt das überlegene Team war. In der 44. Minute ging der SVH in Führung. Jochen Karrenbauer traf per Kopf nach einem Eckball von Thomas Alt. Im zweiten Spielabschnitt gab Hirstein mehr Gas und kam nach 52 Minuten durch einen Schuss ins rechte Eck von Andreas Recktenwald zum 1:1-Ausgleich. In der 69. Minute ging der TuS sogar in Führung: Sascha Müller traf aus halblinker Position zum 2:1 für Hirstein. Nur sechs Minuten später dann der Ausgleichstreffer. Hofelds Peter Theobald setzte sich gegen zwei Hirsteiner Verteidiger durch, lief alleine auf das TuS-Tor und vollstreckte eiskalt zum 2:2-Endstand. Und dann jubelten am Ende beide Teams. Aschbach dagegen spielt heute um 19 Uhr in Ottweiler in der Relegation gegen Reiskirchen. "Ich wusste schon vorher, dass das hier 2:2 ausgeht. Das ist ein Witz."Aschbachs Torjäger Daniel Thewes