1. Saarland

Ein Trio fürs Jagdschloss

Ein Trio fürs Jagdschloss

Großrosseln. Die Schuldenbremse verpflichtet die Kommunen zum Sparen. Auf der anderen Seite muss investiert werden, um die Städte und Gemeinden attraktiver zu machen. "Es ist ein schwieriger Spagat", sagt Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung (wir berichteten bereits)

Großrosseln. Die Schuldenbremse verpflichtet die Kommunen zum Sparen. Auf der anderen Seite muss investiert werden, um die Städte und Gemeinden attraktiver zu machen. "Es ist ein schwieriger Spagat", sagt Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung (wir berichteten bereits). Immer wieder stellt er fest, dass die Menschen Verständnis für die finanziellen Zwänge aufbringen. Sein Eindruck: "Der Bürger ist weiter, als die Politik denkt."Trotz der Einschränkungen zieht der Bürgermeister eine positive Jahresbilanz. Nicht nur große Bauprojekte wurden auf den Weg gebracht. Das schnelle Internet für alle Gemeindebezirke kommt, entweder über Breitband oder per Richtfunk.

Im Rechtsstreit mit der französischen Bergbaugesellschaft wegen der Schäden in Naßweiler konnte ein Vergleich erzielt werden. Und der Großrosseler Bahnhof wurde verkauft. Der neue private Eigentümer, erklärt der Verwaltungschef, plane bereits die Neugestaltung.

Dreistadt lobt die gute Zusammenarbeit mit Völklingen. Ein Beispiel: Die Mittelstadt lagert das Streusalz für die Nachbargemeinde mit. Auf die Zusammenarbeit mit Völklingen setzt Großrosseln auch beim Jagdschloss Karlsbrunn. Der Forst, berichtet Dreistadt, habe sich aus dem Jagdschloss verabschiedet. Eigentümer sei das Finanzministerium. Die jüngsten Verhandlungen stimmen Dreistadt optimistisch.

Im Januar wollen die Gemeinde Großrosseln, die Stadt Völklingen und der Regionalverband Saarbrücken einen Zweckverband gründen. Er soll dann Pläne entwickeln, wie das schmucke Gebäude zukünftig genutzt werden kann. Leader-Fördermittel für einen Umbau, erklärt Dreistadt, stünden bereit. Der Bürgermeister hofft, dass noch eine französische Gemeinde mit ins Boot springt - dann könnten weitere Zuschüsse aus einem anderen europäischen Fördertopf beantragt werden.

Die Klärung der Zukunft des Jagdschlosses ist nicht die einzige Herausforderung, der sich Großrosseln stellen muss. Die Entwicklung des Geländes des ehemaligen Bergwerks Warndt ist aus der Sicht des Verwaltungschefs noch nicht zufriedenstellend. Weitere Kanäle und Straßen müssen saniert werden. Und der Ortskern von Großrosseln soll attraktiver werden.Foto: Jenal