1. Saarland

Ein Testlauf für künftige Bewerber

Ein Testlauf für künftige Bewerber

St. Ingbert. Noch haben sie Zeit für ihre Bewerbung, die Schüler der zehnten und elften Klassen des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) in St. Ingbert. Der richtige Moment also, um sich über die spätere Berufswahl Gedanken zu machen

St. Ingbert. Noch haben sie Zeit für ihre Bewerbung, die Schüler der zehnten und elften Klassen des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) in St. Ingbert. Der richtige Moment also, um sich über die spätere Berufswahl Gedanken zu machen. Wähle ich ein Studium wegen des Prestiges oder ist das wirklich eine Fachrichtung, die mir Spaß machen könnte und mit der ich mich identifizieren kann? Was sind meine Stärken und Schwächen? Sind diese Fragen beantwortet, stellen sich die nächsten. Wie schreibe ich meinen Lebenslauf und wie präsentiere ich mich? Gerade bei den ersten Schritten ins Berufsleben ist man sich noch unsicher. Deshalb bildete der Bankenverband Saarland mit seinem Geschäftsführer Friedrich Gusenburger vor ein paar Jahren eine sogenannte "Lernpartnerschaft" mit dem AMG, um den Schülern eine Starthilfe für das künftige Berufsleben oder Studium zu geben. Jedes Jahr holt sich der Verband dafür noch verschiedene Firmen mit ins Boot, deren "Ausbilder" ein Bewerbertraining mit den Gymnasiasten durchführen. Am vergangenen Mittwoch "coachten" Mitarbeiter der Deutschen Bank, der Hypovereinsbank, der Polizei, der Karlsberg-Brauerei, von Globus, Elektro-Hager und dem dm-Drogeriemarkt die interessierten Jugendlichen in verschiedenen Gruppen. "Wir sind froh, dass so viele Firmen mitmachen. Die Leute sind sehr engagiert, denn sie machen das ehrenamtlich und nehmen zum Teil Urlaub für diesen Tag", äußert sich Friedrich Gusenburger lobend über so viel Initiative. Und dass sie das gern machen, zeigt die zum Teil lange Anreise von der Bankenmetropole Frankfurt oder auch Landau, die einige "Helfer in Sachen Bewerbung" auf sich nahmen. In vier bis fünf Stunden haben die potenziellen "Arbeitnehmer" die Möglichkeit, ihre Trainer nach allen Regeln der Kunst über den Einstieg in die Arbeitswelt auszufragen. Zu Beginn beschnuppert man sich.Christine Spies, bei der Karlsberg-Brauerei für die Personalentwicklung zuständig, erzählt zuerst ihren eigenen Werdegang. Seit 25 Jahren ist sie jetzt für das Homburger Unternehmen tätig, und dass es ein Job sein musste, wo sie Kontakt zu Menschen haben wollte, war ihr von Anfang an klar. Im weiteren Verlauf stellt sie Ausbildungsberufe ihres Unternehmens vor und zeigt unterschiedliche Möglichkeiten der Ausbildung auf, sei es eine Lehre oder ein duales Studium. Nun sind die Schüler dran mit der Vorstellungsrunde. Dabei wird deutlich, dass bei den Wenigsten schon genaue Vorstellungen existieren, was sie später einmal machen wollen. Unabhängig davon steht in jedem Falle eine Bewerbung an. Ronald Kustermann und Sabrina Ehrgott von "dm" bereiten die Schüler gezielt auf diese Situation vor, indem sie Bewerbungen aus ihrer Praxis mitbringen. Positiv- und Negativbeispiele gleichermaßen. "Schauen sie wirklich im Internet nach Partyfotos?", will eine Schülerin wissen. "Der erste Eindruck ist schon wichtig. Schön finde ich, wenn ein Stellen-Interessent seine Bewerbung persönlich abgibt", machte Sabrina Ehrgott Mut.