1. Saarland

Ein Tag im Zeichen der Musik

Ein Tag im Zeichen der Musik

Lebach. Das Lebacher Johannes-Kepler-Gymnasium stand gestern ganz im Zeichen der Musik. 460 Schülerinnen und Schüler von 15 Schulen hatten sich dort zum Musizieren getroffen. Anlass war der vom Bildungsministerium und dem Verband Deutscher Schulmusiker Saar organisierte Tag der Schulmusik. Zum Abschluss gab es am Abend ein Konzert im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks

Lebach. Das Lebacher Johannes-Kepler-Gymnasium stand gestern ganz im Zeichen der Musik. 460 Schülerinnen und Schüler von 15 Schulen hatten sich dort zum Musizieren getroffen. Anlass war der vom Bildungsministerium und dem Verband Deutscher Schulmusiker Saar organisierte Tag der Schulmusik. Zum Abschluss gab es am Abend ein Konzert im großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks.Begrüßt wurden die Akteure in Lebach vom Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon (SPD). Dieser betonte, die Schulmusik sei im Rahmen der kulturellen Bildung an den Schulen einer der großen Schwerpunkte seines Hauses für die nächsten Jahre. "Gerade die Musikpädagogik hilft, die kognitiven Fähigkeiten der Schüler zu fördern", begründet Commerçon die Entscheidung. Den Tag der Schulmusik verstehe er auch als Gelegenheit, dafür zu werben, dass Musik in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert haben solle. Sein Ziel sei es, einer breiten Masse von Schülern die Möglichkeit zu geben, ein Instrument zu lernen, so der Minister.

Christian Rolle, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Schulmusiker Saar, sieht in der gemeinsamen Unterbringung der Ressorts Bildung und Kultur in einem Ministerium ein wichtiges Signal und rechnet damit, dass die musisch-kulturellen Fächer damit noch mehr Beachtung finden werden. Er wünscht sich, dass die Musik in Zukunft gerade in der Ausbildung von Grundschullehrern und Erziehern für den Vorschulbereich eine größere Rolle spielt.

Der Tag der Schulmusik hat für Christian Rolle in mehrfacher Hinsicht einen besonderen Wert. Zum einen gebe die Veranstaltung den Schülern die Möglichkeit, sich einem Publikum außerhalb ihrer Schule zu präsentieren. Dabei stehe besonders die Begegnung mit Schülern von anderen Schulformen im Vordergrund. Zum anderen sei die Veranstaltung besonders wichtig, um zu zeigen, dass im Bereich der Schulmusik öffentliche Gelder und Zuschüsse von Sponsoren gut angelegt seien, so Rolle. Außerdem biete sich die Möglichkeit, die musikpädagogische Arbeit an den Schulen zu fördern, da sich Fachkollegen vor Ort austauschen könnten.

Zu diesen gehört auch Thomas Doll. Er ist Fachleiter für Musik an Gymnasien und damit für die praktische Ausbildung der Musiklehrer zuständig. Ihm gefalle besonders, dass in den letzten Jahren das praktische Musizieren in den Vordergrund gerückt sei. "In den 60er-Jahren ging es im Musikunterricht noch um das Kunstwerk. Heute versuchen wir, die Schüler da abzuholen, wo sie stehen", erklärt Doll. Das heiße auch, sich im Unterricht mit Popmusik aus den Charts zu beschäftigen.

Auch wenn sich die Schulmusik sehr positiv entwickele, fehle es doch oft an Mitteln. "Ein qualifizierter Instrumentalunterricht kostet Geld", sagt Doll. Da die öffentliche Hand in der Regel nur geringe Spielräume habe, wünsche er sich gerade bei benachteiligten Schulen mehr Unterstützung aus der Privatwirtschaft. Vielen Lehrern fehle die Zeit, sich selbst um Sponsoren zu kümmern, deshalb sei es wünschenswert, wenn sich spendenbereite Unternehmen direkt an die Schulen wenden würden, so Fachleiter Thomas Doll.

Meinung

Schulmusik

geht alle an

Von SZ-RedaktionsmitgliedOliver Spettel

Musik ist mehr als ein Zeitvertreib oder ein Hobby. Studien belegen, dass sich eine musikalische Ausbildung in der Schule positiv auf alle Lernbereiche auswirken kann. Wenn es stimmt, dass an Brennpunktschulen soziale Probleme deutlich verringert werden können, indem man den Schülern die Möglichkeit gibt, gemeinsam zu musizieren, darf sich eigentlich niemand auch nur mit dem Gedanken tragen, dem Fach im Lehrplan zu Leibe zu rücken. Die Ansage des Bildungsministers, Schulmusik zu einem Kernthema einer Kulturoffensive an Schulen machen zu wollen, ist in dieser Hinsicht nur zu unterstützen.