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Ein Stückchen Regenwald im heimischen Wohnzimmer

Ein Stückchen Regenwald im heimischen Wohnzimmer

Marpingen. "Es ist fast wie ein Ausschnitt aus dem Regenwald oder der Wüste in der eigenen Wohnung. Das exotische Flair ist faszinierend", erklärt Christian Mütterthies stolz. Seit rund zwölf Jahren ist der 37-jährige Marpinger begeisterter Gecko-Liebhaber. Die Leidenschaft zu den außergewöhnlichen Echsen teilt der Einzelhandelskaufmann mit seinem Bekannten Patrick Schönecker

Marpingen. "Es ist fast wie ein Ausschnitt aus dem Regenwald oder der Wüste in der eigenen Wohnung. Das exotische Flair ist faszinierend", erklärt Christian Mütterthies stolz. Seit rund zwölf Jahren ist der 37-jährige Marpinger begeisterter Gecko-Liebhaber. Die Leidenschaft zu den außergewöhnlichen Echsen teilt der Einzelhandelskaufmann mit seinem Bekannten Patrick Schönecker."Viele verbinden mit Geckos oft nur kleine braune Tierchen, die im entsprechenden Urlaubsland umherhuschen und Fliegen fangen", berichtet Schönecker. Für ihn hingegen seien der Charakter und das Aussehen der Reptilienart etwas ganz Besonderes. Bereits im Alter von 16 Jahren hat der mittlerweile 31-Jährige zum ersten Mal einen Gecko in der Wohnung gehalten. "Mich hat unter anderem immer schon ihre gute Tarnung beeindruckt. Sie passen sich perfekt ihrem Untergrund an. Manche hält man da schon einmal für ein verwelktes Blatt", schwärmt der gebürtige Berschweiler und schmunzelt. Viele Geckos schillerten in den verschiedensten Farben und beeindruckten durch wunderschöne Zeichnungen. "Sie sind auch sehr geschickt. Sie klettern selbst an der glattesten Wand und flitzen sogar an der Decke entlang", so der Förderschullehrer in den Fächern Biologie und Erdkunde.

Von den kleinen Echsen fasziniert, entschloss er sich ebenso wie Christian Mütterthies schließlich zur Geckozucht. Um die Reptilien aus Neukaledonien, Madagaskar und Australien artgerecht zu halten, haben sich beide im Laufe der Jahre Fachwissen über die Tiere und deren Haltung angeeignet. "Wir wollen eine gesunde Zucht ermöglichen und haben in unseren Wohnungen jeweils mehrere Räume dementsprechend ausgebaut", berichtet Mütterthies. Das Hobby erfordere vielseitiges Wissen und Können. "Es ist Biologie, Botanik und Technik gleichzeitig", sagt Schönecker. Denn Züchter müssten sich nicht nur um die Pflege der Tiere und Pflanzen in den Terrarien kümmern, sondern beispielsweise auch um die richtige Beleuchtung oder Reinigung. "Also langweilig wird es nie", lobt auch Mütterthies.

So reisen beide Freunde unter anderem regelmäßig nach Madagaskar, um den Lebensraum und das Verhalten der Echsen zu erforschen. Neben den Tag-Geckos seien die meisten Arten eher nachtaktiv: "So schlägt man sich auch schon einmal die ein oder andere Nacht im Regen um die Ohren, wenn man die Tiere beobachten will", erzählt Schönecker. Um solche Erfahrungen und Tipps an andere Gecko-Interessierte weiterzugeben, gründeten Christian Mütterthies und Patrick Schönecker mit anderen Reptilienfreunden vor rund fünf Jahren die Regionalgruppe Saar-Pfalz der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT). Beide halten dort Vorträge und veröffentlichen Reiseberichte und wissenschaftliche Publikationen. Zuletzt wurde im WWF über die Entdeckung Schöneckers zweier neuer Arten in Madagaskar berichtet. "Einen Gecko zu pflegen, bedeutet je nach Art und Anzahl relativ wenig Aufwand, dennoch ist es nicht einfach. Man muss wissen, was man tut", erklärt Schönecker.

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geckotagung.de

dght-saar-pfalz.de

Auf einen Blick

Die Regionalgruppe Saar-Pfalz der DGHT lädt zu ihrer 27. Internationalen Tagung in den St. Wendeler Saalbau ein. Die dreitägige Veranstaltung beginnt am Freitag, 10. Juni, um 19 Uhr mit dem Madagaskar-Reisevortrag "Herpetologische Streifzüge entlang der Route National 7" von Patrick Schönecker. Am Samstag und Sonntag erwartet die Besucher ein Vortragsprogramm internationaler Geckohalter und -forscher. Die Regionalgruppe Saar-Pfalz der DGHT trifft sich zudem monatlich zu Vorträgen im Arnold-Janssen-Gymnasium St. Wendel. evr