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Ein Stück Zeitungsgeschichte

Ein Stück Zeitungsgeschichte

Zweibrücken. Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz (SPD), hatte es am Samstag eilig, nach Zweibrücken zu kommen - wollte er doch rechtzeitig beim Neujahrsempfang "300 Jahre Pfälzischer Merkur" sein

Zweibrücken. Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz (SPD), hatte es am Samstag eilig, nach Zweibrücken zu kommen - wollte er doch rechtzeitig beim Neujahrsempfang "300 Jahre Pfälzischer Merkur" sein. Dort angekommen, freute sich der Festredner, im Schloss die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und rund 350 geladene Vertreter aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben zu treffen, darunter auch der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf. Der "Pfälzische Merkur" ist ein Tochterblatt der Saarbrücker Zeitung.

Merkur-Chefredakteur Michael Klein erinnerte an den 26. Januar 1713. Auf diesen Tag datiert ein Brief des Druckers Georg Nicolai an König Karl XII. von Schweden. Das Dokument ist der erste historisch gesicherte Beleg für die Geschichte des "Pfälzischen Merkurs".

Auch SZ-Geschäftsführer Joachim Meinhold und SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst waren beim Empfang zu Ehren des Traditionsblattes dabei. Der Merkur erschien bereits 48 Jahre vor der Saarbrücker Zeitung. "Wir freuen uns, mit dem Pfälzischen Merkur eine agile und innovative Zeitung zu haben, die als "wendiges Beiboot" schneller und effektiver agiert als viele große Verlags-Mutterschiffe", sagte Meinhold bei dem Festakt. Als Lokalzeitung garantiere sie den Lesern "engen lokalen Bezug und Vernetzung im eigenen Umfeld". EU-Parlamentspräsident Schulz würdigte die Bedeutung der zweitältesten bis heute erscheinenden Zeitung in Deutschland: "Diese Zeitung ist ein bedeutendes Stück der Identität der deutschen Demokratie. Sie ist durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte der Pfalz, des Bundeslandes und unseres deutschen Volkes kontinuierlich präsent gewesen, unter ganz unterschiedlichen politischen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen." Der "Pfälzische Merkur" sei "ein Stück Historie unseres Landes", die zur Identitätsbildung beitrage.

 Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und SZ-Geschäftsführer Joachim Meinhold. Fotos: Merkur
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und SZ-Geschäftsführer Joachim Meinhold. Fotos: Merkur
 Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlaments, mit Merkur-Chefredakteur Michael Klein.
Martin Schulz (SPD), Präsident des Europäischen Parlaments, mit Merkur-Chefredakteur Michael Klein.

Die Journalisten stünden heute vor "enormen Herausforderungen", bemerkte Schulz. Dem wachsenden Aktualitätsdruck, "der Beschleunigung kann sich kein Medienhaus entziehen", zumal wirtschaftlicher Druck hinzukomme. "Es zwingt Sie zu Highspeed-Journalismus, wenn eine Agenturmeldung von sechs Uhr morgens am Abend schon Makulatur ist", so Schulz.