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Ein Standort fürs Luxus-WC im Park

Ein Standort fürs Luxus-WC im Park

Nicht weniger als 155 000 Euro soll es kosten, das öffentliche Klo für den Dudweiler Stadtpark. Die Konstruktion soll weitestgehend ,,vandalensicher“ und auch für Rollstuhlfahrer zugänglich sein.

Mit einer Ortsbegehung im Stadtpark begann die jüngste Bezirksratssitzung in Dudweiler. Die Ratsmitglieder suchten zusammen mit dem Behindertenbeauftragten des Bezirks, Michael Wagner, und dem Vertreter des Gebäudemanagementbetriebs Saarbrücken (GMS), Eckhard Straßburger, nach einem behindertengerechten Standort für die geplante Toilettenanlage.

Zweifel am vormals geplanten Standort kamen in der Sitzung im Februar auf, als Wagner auf die Steigung hinwies, die dort beispielsweise von einem Rollstuhlfahrer bewältigt werden müsste. Doch jetzt scheinen sich alle Beteiligten einig, ein Standort unterhalb der Steigung des ehemaligen Gerätehauses scheint gefunden, wie Jörg Sämann, Beigeordneter des Stadtbezirks, und Michael Wagner auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigten. "Die eigentliche Entscheidung steht", sagt Sämann und: "Sie wurde einstimmig vom Rat empfohlen." Jetzt soll schnellstmöglich mit dem Bau der Anlage begonnen werden.

Die geplante Fertiganlage soll mit der vorhandenen am Dudoplatz vergleichbar sein. Zwei Kabinen, eine mit Urinal, sind vorgesehen, zudem sei die Toilette, bedingt durch die Konstruktion, weitestgehend ,,vandalensicher". Die Ausstattung aus Edelstahl und die Technik der Anlage haben dann auch ihren Preis - 155 000 Euro sind für den Bau vorgesehen. Die Betriebskosten aber werden hier möglichst gering gehalten.

Weiterhin nahmen die Ratsmitglieder von den vorgesehenen Preisänderungen für die Nutzung städtischer Sportanlagen "Kenntnis". "Ähnlich wie der Entgeltkatalog zur Nutzung der Bäder und Lehrschwimmbecken ist auch der Entgeltkatalog zur Nutzung der städtischen Sportanlagen (Hallen und Freisportanlagen) in die Jahre gekommen", heißt es in der Sitzungsvorlage der Ratsmitglieder. Dieser sei an die veränderte Kostensituation anzupassen, insbesondere da die Vereinsbeiträge als Energiekostenbeitrag definiert seien "und gerade die Energiekosten in den letzten Jahren exponentiell gestiegen sind." Die Sitzungsvorlage geht explizit darauf ein, dass - entgegen den Forderungen im Rödl-Gutachten - keine Sporthallen geschlossen wurden. Der Ligaspielbetrieb soll auch weiterhin kostenfrei bleiben, ebenso wie "die Durchführung eines Turniers und eines Jugendturniers."

Und auch auf die geplanten Mehrerträge wird eingegangen. So heißt es in der Vorlage: "Im Haushalt 2011 waren für die Sportplätze Erträge in Höhe von circa 13 440 Euro und für die Sporthallen in Höhe von circa 144 120 Euro verzeichnet." Saarbrücken erhofft sich durch die Anpassung eine "Einnahmeverbesserung bei den Sportplätzen von circa 5500 Euro pro Jahr" und eine "Einnahmeverbesserung bei den Sporthallen von circa 58 100 Euro pro Jahr".

Die Kenntnisnahme wurde vom Dudweiler Bezirksrat abgelehnt, allerdings wird über die Anpassung der Kosten im Stadtrat Saarbrücken entschieden, voraussichtlich am Dienstag, 2. Juli.