Ein Schaufenster der Geschichte

Ein Schaufenster der Geschichte

Alsweiler. Kultureller Mittelpunkt des Dorfes, Symbol zwischen Vergangenheit und Gegenwart, museale Begegnungsstätte, Schaufenster der Geschichte - das sind nur einige Attribute, mit denen das 300 Jahre alte Alsweiler Hiwwelhaus während eines historischen Abends bedacht worden ist

Alsweiler. Kultureller Mittelpunkt des Dorfes, Symbol zwischen Vergangenheit und Gegenwart, museale Begegnungsstätte, Schaufenster der Geschichte - das sind nur einige Attribute, mit denen das 300 Jahre alte Alsweiler Hiwwelhaus während eines historischen Abends bedacht worden ist. Die Feier mit über 100 Besuchern war der Auftakt für eine Serie von Veranstaltungen, mit denen das Jubiläum bis Oktober begangen wird.Der Hausherr, Bürgermeister Werner Laub (SPD) aus Marpingen, sprach vom Hiwwelhaus als dem kulturellen Mittelpunkt und einem großen Gewinn für Alsweiler. "Noch vor einigen Jahren konnte man sich das nicht vorstellen", bekannte der Rathauschef und erinnerte an den maroden Zustand des alten Bauwerkes, welches durch die Restaurierung der Nachwelt erhalten bleibe. Dank und Anerkennung ob des gelungenen Werkes, das "aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden ist", zollte der Landrat des Kreises St. Wendel, Udo Recktenwald (CDU), den Verantwortlichen. Das Hiwwelhaus sei ein Symbol für die Vergangenheit und gleichzeitig ein Blickfang und ein Wahrzeichen für das Dorf. Der Alsweiler Ortsvorsteher Paul Schäfer (parteilos) bemerkte: "Wir haben Glück gehabt, dass das Hiwwelhaus nicht abgerissen worden ist." Zum Hausjubiläum war auch der Vorsitzende des Landesverbandes der Historisch-Kulturellen Vereine des Saarlandes, Johannes Schmitt, gekommen. Das Hiwwelhaus, so hob er hervor, habe als museale Begegnungsstätte eine hohe symbolische Bedeutung und biete überdies Platz für eine Sammlung von geschichtlichen Funden und Erinnerungsstücken. "Die Vielfalt der Veranstaltungen, die hier stattfinden, öffnen immer wieder ein Tor zur Geschichte", sagte Schmitt.

Die Vorsitzende des Hiwwelhaus-Vereins, Bernadette Dewes, wünschte sich in ihrer Ansprache ein fröhliches Geburtstagsjahr, während Klaus Brill, Chef des Vereins für Heimatkunde, besonders der Kommunalpolitik dankte, ohne die die Restaurierung nicht möglich gewesen wäre. "Ich erinnere mich noch gut daran, dass es vor Jahren etliche Stimmen gegeben hat, das alte Haus abzureißen." Auch der aus Alsweiler stammende Historiker Peter Weber sorgte sich, wie er versicherte, vor Jahren um den Erhalt des Hiwwelhauses: "Es war ein Kampf um ein Gebäude, das in einem bemitleidenswerten Zustand war. Sein Denkmalwert musste zunächst amtlich festgestellt werden." Erst im Jahre 1982 sei das typische südwestdeutsche Quereinhaus, das eine einmalige Innenarchitektur besitze, unter Schutz gestellt worden. "Die Geschichte von seiner Erhaltung", so führte Weber weiter aus, "ist also glücklich ausgegangen. Jetzt ist es eine Erinnerungsstätte und ein Identifikationsort für gestern und heute." In seinem Vortrag ging er auch auf die dörflichen Lebensverhältnisse von Alsweiler im 18. Jahrhundert ein, einer Zeit, in der das Hiwwelhaus wieder aufgebaut worden ist. Der Bildvortrag von Bernd Brill beleuchtete das Leben der Familie Laub, die im 18. Jahrhundert mit drei Generationen und mit Mägden und Knechten in dem alten Bauernhaus lebte. Zum Abschluss der Festveranstaltung stellte Klaus Brill das historische Magazin "Hiwwelhaus - Unsere Tür zur Geschichte" vor, das ab sofort auch im Buchhandel erworben werden kann. Eröffnet worden war die Feier mit einem eigens zum Jubiläum komponierten Lied des "Alsweiler Kabaretts". Weitere musikalische Darbietungen waren von Wolfgang Trost (Klavier) und Susanne Rauber (Querflöte) zu hören.

Auf einen Blick

Die Veranstaltungen zum Jubiläum "300 Jahre Hiwwelhaus": 22. April: Eröffnung der Ausstellung "Hexenzauber". 9.Juni: Treffen der Alsweiler Auswanderer. 10. Juni: Historischer Markt. 1. Juli: Ausstellung "Der Hiwwel voller Bilder". 6. und 7.August: Kinderferienprogramm unter dem Motto "24 Stunden im Hiwwelhaus". 8. September: Lange Nacht der Lieder. 21. Oktober: Pilgerwanderung mit Suppenfest. gtr

Mehr von Saarbrücker Zeitung