1. Saarland

Ein Sammer-Tag in St. Wendel

Ein Sammer-Tag in St. Wendel

St. Wendel. Der Rummel ist riesengroß. Vor der Aula des Gymnasiums Wendalinum steht eine riesige Traube von Schülern. Der Mann mit den leicht rötlichen Haaren, dem der ganze Rummel gilt, ist da fast gar nicht zu erkennen. Erst beim zweiten Hinschauen ist der frühere Fußball-Nationalspieler und jetzige Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Matthias Sammer, zu erkennen

St. Wendel. Der Rummel ist riesengroß. Vor der Aula des Gymnasiums Wendalinum steht eine riesige Traube von Schülern. Der Mann mit den leicht rötlichen Haaren, dem der ganze Rummel gilt, ist da fast gar nicht zu erkennen. Erst beim zweiten Hinschauen ist der frühere Fußball-Nationalspieler und jetzige Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Matthias Sammer, zu erkennen. Er schreibt geduldig Autogramme. "Jetzt müssen wir aber rein", sagt der 42-Jährige pünktlich um 11 Uhr und schreitet Richtung Aula. Dort findet die Auftaktveranstaltung zur Einweihung des Minispielfeldes am Wendalinum statt. Und deswegen ist Sammer an diesem Sommer-Tag schließlich nach St. Wendel gekommen.Geht raus und spielt Fußball Sammer gab in seinem Grußwort den versammelten Kindern eine Botschaft mit auf den Weg. "Geht euren schulischen Weg. Versucht, in der Schule gut zu sein", sagte der Sportdirektor. Solche Worte hatten die Schüler von Sammer wohl nicht erwartet, wie das folgende Gemurmel erahnen lässt. Dann gab es aber Worte von Sammer, die den Schülern besser gefielen. "Neben der Schule braucht man aber auch einen Ausgleich, das ist wichtig. Also geht raus und spielt Fußball." Das gefiel den Kindern schon besser, wie der tosende Applaus erkennen ließ. Fußball spielen können die Schüler nämlich ab sofort auf einem herrlichen Mini-Spielfeld direkt an der Schule - mit Bande und einem modernen Kunstrasenbelag. Insgesamt 1000 dieser Mini-Spielfelder in den Maßen 20 Mal 13 Meter hatte der DFB in ganz Deutschland aus den Erlösen der WM 2006 finanziert, 17 davon kamen ins Saarland, eins jetzt auch nach St. Wendel. Rund 25 Millionen lässt sich der DFB die Aktion insgesamt kosten. "Das ist gut angelegtes Geld, nicht nur in die Zukunft des Fußballs, sondern in die Zukunft der Kinder allgemein", sagt Sammer. Das sehen aber nicht alle Bürger so wie er, schließlich gab es in St. Wendel massiven Protest von Seiten einiger Anwohner gegen das Mini-Spielfeld. "Die Kinder toben sich doch besser hier aus, als wenn sie sich gegenseitig auf die Nuss hauen", sagt Sammer. "Man sollte aber auch versuchen, die Leute, die sich daran stören, mit zu integrieren. Man sollte ihnen zeigen, welche Begeisterung in den Augen der Kinder zu sehen ist, wenn sie hier Fußball spielen. Ich bin davon überzeugt, dass viele Mädchen und Jungen in Zukunft Freude an dem Mini-Spielfeld haben", erklärt Sammer weiter. Die anschließenden Fußballspiele auf dem neuen Platz konnte sich der Sportdirektor dann nicht mehr anschauen. Die Termine . . . . Auch am Prominenten-Torwandschießen konnte sich der Europameister von 1996 nicht beteiligen. Eine Leistenverletzung ließ nicht zu, dass Sammer antrat. "Die Kinder toben sich doch besser hier aus, als wenn sie sich gegenseitig auf die Nuss hauen."Matthias Sammer bei der Einweihung des Minispielfeldes