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Teilnahme bei der Darts-WM: Ein Saarländer auf Reisen: Gabriel Clemens und sein London-Abenteuer

Teilnahme bei der Darts-WM : Ein Saarländer auf Reisen: Gabriel Clemens und sein London-Abenteuer

Im Saarland wird er einfach nur gefeiert: Gabriel Clemens will bei seiner WM-Premiere in London einen Achtungserfolg feiern. Unabhängig von Sieg oder Niederlage steht fest: am Dienstag ruft die Arbeit.

Vom kleinen saarländischen Honzrath in die riesige britische Weltstadt London: Für Gabriel Clemens endet mit seiner Teilnahme bei der Darts-WM ein hervorragendes Jahr - und mit der Qualifikation für den Alexandra Palace hat er sich selbst einen Traum erfüllt. „Das ist das Mekka des Darts-Sports. Ich war zwar noch nie da, kenne es nur aus dem Fernsehen und von Erzählungen, aber es muss die beste Stimmung überhaupt sein“, sagte Clemens vor seinem Turnierauftakt der Deutschen Presse-Agentur.

Clemens hat einen kaum für möglich gehaltenen Aufstieg hinter sich. Vom heimischen Darts-Club unter die besten 100 Profis der Welt, aus der Kneipe auf die größte Bühne der Darts-Welt. Dementsprechend gespannt wird das 1500-Seelen-Dorf Honzrath in den Norden Londons blicken, wenn „Gaga“ am Sonntag (13.30 Uhr/Sport1 und DAZN) sein erstes WM-Match gegen Aden Kirk aus England bestreitet. Clemens gilt dabei sogar als Favorit.

Fest steht schon jetzt, ganz unabhängig vom Ausgang: Der 35-Jährige wird London am Montag nach seinem Match wieder verlassen. „Die Arbeit wird auch für die WM nicht unterbrochen, da ist der Urlaub leider aufgebraucht. Da kann es auch sein, dass ich zwischen Weihnachten und Neujahr noch einmal zurück muss“, sagte er. Für Clemens gilt also: Sonntag Darts-Profi, Dienstag Industriemechaniker. Und bei einem Sieg gegen Kirk: Freitag schon wieder Darts-Profi.

Darts-Experte Elmar Paulke sieht den deutschen Aufsteiger des Jahres in einer günstigen Position. „Gabriel hat eigentlich die beste Auslosung, aber er tut sich auf den großen Bühnen noch ein wenig schwer. Er spielt nicht das Niveau wie auf kleineren Bühnen. Mit dem Gefühl im Ally Pally muss er erstmal zurechtkommen“, betonte Paulke.

Nach Kirk würde in Runde zwei der Schotte John Henderson warten, auch das ist keine unlösbare Aufgabe. Dann müsste Clemens nach Weihnachten ein drittes Mal nach London reisen. Für die WM hat er sich nicht anders vorbereitet als für andere Turniere. „Mehr Training gibt mein Zeitplan gar nicht her. Ich mache jetzt nichts anders, das ganze Jahr ist ja gut gelaufen“, sagte Clemens. Er arbeitet zwar weiter als Industriemechaniker, hat jedoch seine Stelle bereits auf 60 Prozent reduziert. Die fehlenden Einnahmen sollen in Zukunft durch immer mehr Preisgeld beim Darts kompensiert werden.

(dpa)