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Ein Nomade in Honzrath

Ein Nomade in Honzrath

Die Veranstalter des 29. Honzrather Pferderennens blicken derzeit oft gen Himmel und hoffen auf gutes Wetter am Sonntag. Trockene Bedingungen kennt einer der Jockeys von früher bestens: Youssef Echariaa ist erst 2008 aus Marokko nach Deutschland gekommen.

An diesem Sonntag ist es wieder soweit: Auf der Heiderennbahn in Honzrath wird zum 29. Mal das Internationale Pferderennen ausgetragen. Für Marion Bast, Geschäftsführerin vom ausrichtenden Reit- und Rennverein Honzrath, stehen im Vorfeld der Veranstaltung vor allem zwei Dinge im Vordergrund: Aufbaustress und die Hoffnung auf gutes Wetter.

Während sich Reiter und Pferde in den neun Rennen schon mal auf eine "bestens präparierte Bahn" freuen können, stellt der zweite Faktor jedes Mal eine gewisse Unsicherheit dar: "Bei uns steht und fällt nun mal alles mit dem Wetter", sagt Bast. In den vergangenen Jahren kamen bei optimalen äußeren Bedingungen stets um die 5000 Besucher, die sich nicht nur die Rennen zu Gemüte führten, sondern auch am Wett-Schalter ein paar Euros ließen. Deshalb hoffen die Veranstalter, dass der vorhergesagte leichte Niederschlag dann doch ausbleiben wird.

Den Regen hat einer der Jockeys , die am Sonntag antreten werden, zumindest in seiner Kindheit eher selten zu sehen bekommen: Youssef Echariaa stammt aus Marokko und ist erst 2008 nach Deutschland gekommen. In Honzrath wird der 28-Jährige gleich in fünf Rennen für den ortsansässigen Besitzertrainer Matthias Schwinn an den Start gegen. Seine Eltern seien Nomaden, mit starkem Bezug zur Wüste, sagt Echariaa. In Marokko habe er im Alter von acht Jahren auf einem Hof mit dem Reiten begonnen, also quasi Kamel gegen Pferd eingetauscht. Danach folgten eine Ausbildung in Marokko und später der Umzug nach Deutschland, wo er bisher bei mehreren verschiedenen Ställen gearbeitet und inzwischen, seit seinem Jockey-Debüt im Oktober 2012, auch schon einige Rennen gewonnen hat. "Er hat spontan bei uns angefragt, ob er nicht mal für uns reiten kann", erläutert Schwinn das Zustandekommen der Liaison. "Er hat dann gleich in Güdingen und Haßloch zwei Rennen gewonnen, dadurch ist die Verbindung gewachsen."

Da Echariaa noch den Status eines "Anfängers" innehat, darf er zudem ein breiteres Spektrum an Pferden reiten, ist nicht so sehr gewichtsgebunden. Ob er auch die Chance auf den Sieg hat, werde sich laut Schwinn zeigen: "Es reisen Pferde und Reiter aus ganz Deutschland an, das macht eine Einschätzung schwer", so der Besitzertrainer. Wer von den fünf Startern im Hauptrennen, dem großen Hindernispreis des Saarlandes, die Nase vorn haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht zumindest: In Abwesenheit des zuletzt zwei Mal siegreichen "Nuevo Leon" wird es im spektakulären Jagdrennen über 3400 Meter und zwölf Hindernisse einen neuen Sieger geben. Denn auch Oliver Schnakenberg, dreifacher Sieger im Jagdrennen und Vorjahressieger, fehlt dieses Jahr. "Er hat einen Parcours falsch beritten und wurde für dieses Missgeschick von der Rennleitung für mehrere Renntage gesperrt", so Marion Bast.

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Auf einen BlickDer Zeitplan des Renntags in Honzrath: 13.30 Uhr: Preis der Firma Pirtek Saar-Pfalz GmbH; Ponyrennen über 800 Meter. 14 Uhr: Preis der Vereinigten Volksbank, 1950 Meter. 14.30 Uhr: Preis der Ursapharm Arzneimittel GmbH, 12. Lauf zum Junior-Cup Südwest, 1450 Meter. 15 Uhr: Preis Bitburger und Verein deutscher Besitzertrainer, 1950 Meter. 15.30 Uhr: Preis der BMW-Niederlassung Saarlouis, 1100 Meter; Wertungslauf Turf-Championats Südwest, 1950 M. 16.30 Uhr: Großer Hindernispreis des Saarlandes der Energis, Jagdrennen über 3400 Meter. 17 Uhr: Preis der Firma Schwarz und der Firma Reifen Göstl, Verkaufsrennen über 1950 Meter. 17.30 Uhr: Preis der Sparkasse Merzig-Wadern, 1450 M. bene