1. Saarland

Ein Märchen mit kölschem Flair

Ein Märchen mit kölschem Flair

St. Wendel. Es war einmal ein Heinzelmann, der hieß Bertie. Der trug Tag und Nacht seine rote Mütze. Sonst wäre er ja kein richtiger Heinzelmann. Bertie war verliebt. In die wunderschöne Zinderella. Die musste in dem Krämerladen ihrer Stiefschwestern Hanni und Nanni Brödel ganz schön schuften

St. Wendel. Es war einmal ein Heinzelmann, der hieß Bertie. Der trug Tag und Nacht seine rote Mütze. Sonst wäre er ja kein richtiger Heinzelmann. Bertie war verliebt. In die wunderschöne Zinderella. Die musste in dem Krämerladen ihrer Stiefschwestern Hanni und Nanni Brödel ganz schön schuften. Bertie und sein Freund Anton Heinzelmann halfen der armen Zinderella bei all ihrer Arbeit. Der verliebte Bertie hatte aber ein Problem. Zinderella nahm keine Notiz von ihm. Sie übersah ihn einfach. Denn Bertie war, wie es sich für einen richtigen Heinzelmann gehört, unsichtbar.Um die Romanze zwischen Bertie und Zinderella und noch viel mehr ging es am Donnerstagabend bei dem Lustspiel des Kölner Millowitsch-Theaters im St. Wendeler Saalbau. Das Stück, geschrieben von Barbara Schöller und Peter Millowitsch entführte die Zuschauer ins Kölner Märchenland. Zinderella sollte für König Johannes der Barde, einen Liebestrank brauen, der seine Manneskraft stärkt. Was, wie es sich für ein turbulentes Stück gehört, zu allerlei Verwicklungen führte. Und am Schluss zum Kölnisch Wasser. Dem Echten.Die sieben Akteure des Kölner Theaters mit Peter Millowitsch an der Spitze verbreiteten Spaß. Ununterbrochen. Manchmal kamen die teils deftigen Kalauer, die Anspielungen auf Märchenfiguren, der Wortwitz so schnell hintereinander, dass man mit dem Schmunzeln hinterherhinkte. Aus dem Hause des Zauberer Nicks kam so ein tolles Mittel gegen Schnupfen: Nicks medi night. Aus Fröschen, die sich beim Küssen doch nicht in einen Prinz verwandeln, könnte man so zumindest einen Hot Frosch machen. Und wenn es dann doch ein Prinz wird? Dann gibt es halt eine Prinzenrolle. Beispiele von vielen. Natürlich kriegt auch Düsseldorf sein Fett weg. Das ist bei einem Kölschen Theater Kult. Lustig ist auch König Johannes, in Fachkreisen Jonny Depp genannt, der nur in Reimen spricht. Lustig besonders dann, wenn er diese Reime passend macht: "Dein Widerspruch gefällt mir wönig, ich bin doch schließlich euer König." Viel gesungen wurde bei diesem Märchenspiel, fast wie im Musical. So heißt es ja auch im Untertitel: "Lustspiel mit viel Musik." Natürlich endete das Märchen mit einem Happy End. Eigentlich gleich mit mehreren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann . . .

Auf einen BlickIn dieser Aufführung des Millowitsch Theaters spielten: Peter Millowitsch als Anton Heinzelmann, Dmitry Alexandrow als Bertie Heinzelmann, Melanie Steffens als Zinderella Brödel, Anna-Maria Wasserberg als Hanni Brödel, Jutta Großkinsky als Nanni Brödel, Heike Schmidt als Hysteria von Fiesenfels, Alte Frau und L-Fee, Claus Janzen als Auktionator, König Johannes und als Stimme von Kater Mikesch.Echt Kölnisch Wasser wird im Saarland noch einmal aufgeführt am Mittwoch, 9. April, 20 Uhr, im Theater am Ring in Saarlouis. vf