1. Saarland

Ein Lobgesang auf die Chormusik

Ein Lobgesang auf die Chormusik

Nohfelden. Noch bevor die ersten Stimmen erklangen, schwelgten die klassischen Töne durch das konzertante Wohnzimmer der Gemeinde. Die Instrumentalgruppe Lorenz Trippen intonierte mit C-Blockflöte, Querflöte und Cello ein Werk des italienischen Komponisten Jean-Baptiste Lully

Nohfelden. Noch bevor die ersten Stimmen erklangen, schwelgten die klassischen Töne durch das konzertante Wohnzimmer der Gemeinde. Die Instrumentalgruppe Lorenz Trippen intonierte mit C-Blockflöte, Querflöte und Cello ein Werk des italienischen Komponisten Jean-Baptiste Lully. "Singen gibt dem Leben Sinn", stellte die gastgebende Chorgemeinschaft evangelischer Kirchenchor Nohfelden/Gemischter Chor Türkismühle an den Anfang ihres ersten Liedsatzes. Verpackt in einem Witz erklärte Moderatorin Silvia Timmer-Mörsdorf, was einen Gemischten Chor letztlich genau ausmacht. Ein Veranstalter, so erzählte sie, habe bei Konzertbeginn bemängelt, dass er in einem gemischten Chor nur Männer sehe. "Stimmt. Die eine Hälfte davon kann singen, die andere Hälfte nicht", lautete ihre ironisch gemeinte Pointe. Der Männergesangverein (MGV) Nohfelden nahm im traditionellen "Wanderlied" die frohgestimmte Zuhörerschaft mit auf eine kleine Reise die "Am Brunnen vor dem Tore" wieder endete. Den "Zauber der Musik" versprühte der Gemischte Chor Wolfersweiler unter der Stabführung von Dirigentin Gerlinde Schmidt. Eindrucksvoll schaffte der Chor mit dem ABBA-Klassiker "I have a dream" den Sprung vom traditionellen Liedgut in die Moderne. Die neunköpfige Singgruppe aus Eitzweiler sang ein Loblieb auf ihre Heimat, und begegnete im saarländischen Volkslied einem "Mädchen mit den blauen Augen". In der Pause hieß es für Trippen erst einmal durchatmen. Außer in seiner Instrumentalgruppe gab er bei drei Chören den Takt vor. "Der Chor aus Haupersweiler hat uns wegen vier Krankheitsfällen leider kurzfristig absagen müssen" teilte Ingeborg Schley von der gastgebenden Chorgemeinschaft dem Publikum mit. Mit dem kirchlichen Lied "Wir müssen lernen zu lachen", eröffnete der Chor aus Wolfersweiler den zweiten des unterhaltsamen Konzertabends. "Über sieben Brücken musst du gehn", der Hit von Karat und Peter Maffay traf exakt den Geschmacksnerv der Zuhörer. Das Mitsummen konnte sich dabei niemand verkneifen. In einem Klanggemälde, bestehend aus Ausdruckskraft, Stärke und Leichtigkeit in der Tongebung, sendeten alle auf der Bühne stehenden Sängerinnen und Sänger ihre Stimmen, wie nieder schwebende Blätter im Herbst durch den Raum. Die Sangesbrüder aus Eitzweiler brachten bei ihrer Darbietung den "Süßen Wein" zum schäumen, dass "Lied der Berge" des MGV Nohfelden überhörte niemand im Saal. Nach Wolfgang Amadeus Mozarts himmlischen Gebet "Ave verum corpus", folgte "Zum Ausklang", ehe die Chorgemeinschaft Nohfelden/Türkismühlen ihre Notenmappen kurzzeitig zusammen klappten. Als gewaltiger Klangkörper stimmten alle Chöre gemeinsam mit dem "Freiheitschor" einen echten Klassiker für Chorgesang an.