Ein Leben voll Musik

Kastel. Über fünf Jahrzehnte hinweg hat Vitus Haupenthal die Kirchenmusik, das Leben der Pfarrgemeinde und die Musikkultur in seinem Heimatort Kastel entscheidend beeinflusst und mitgeprägt. Jetzt wird es etwas ruhiger um ihn. Der 80-Jährige ist zum Abschied vom katholischen Kirchenchor St. Wilfridus zum Ehrenmitglied und Ehrenchorleiter ernannt worden

 Vitus Haupenthal am Klavier im Kasteler Castellum. Foto: Faber

Vitus Haupenthal am Klavier im Kasteler Castellum. Foto: Faber

Kastel. Über fünf Jahrzehnte hinweg hat Vitus Haupenthal die Kirchenmusik, das Leben der Pfarrgemeinde und die Musikkultur in seinem Heimatort Kastel entscheidend beeinflusst und mitgeprägt. Jetzt wird es etwas ruhiger um ihn. Der 80-Jährige ist zum Abschied vom katholischen Kirchenchor St. Wilfridus zum Ehrenmitglied und Ehrenchorleiter ernannt worden. "Es war immer schön in Gesellschaft zu sein", sagt Haupenthal. Kommt bei ihm deswegen nun Langeweile auf? "Nein. Man sieht die Leute doch immer noch", meint er.So auch seine ehemaligen Arbeitskollegen von der Firma Diehl in Mariahütte, wo Haupenthal bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter als Meister tätig war. "Wir haben einen Kegelclub und treffen uns regelmäßig auf der Kegelbahn in Eiweiler", erzählt Haupenthal von seinem Hobby. In den eigenen vier Wänden könne er beim Hören von Volksmusik richtig entspannen. 50 Jahre war sein Leben von Musik bestimmt, sein Terminkalender randvoll mit Proben, Konzerten, Auftritten und Sitzungen. "Im Nachhinein weiß man gar nicht, wo die Zeit hingegangen ist", stellt Haupenthal fest. Mit 13 Jahren trat er als Sänger dem Kirchenchor in Kastel bei, ab 1962 bis Ende 2012 war er Organist und Chorleiter. Er ist Gründungsmitglied der Pfarrkapelle, die er über 30 Jahre dirigierte, und war aktiver Musiker. Den Männergesangverein Frohsinn Kastel führte Haupenthal zeitweise als Vorsitzender und Chorchef an. Als Dirigent schwang er den Taktstock bei der Diehl-Werkskapelle und beim Männergesangverein Germania Neuhütten.

Vier Jahre war er vertretungsweise Organist und Chorleiter des Kirchenchores in Primstal sowie einige Jahre Mitglied im Ortsrat in Kastel. "Ich habe keine Musik studiert, aus dem Nichts heraus angefangen und immer versucht, das Beste daraus zu machen", blickt Haupenthal zurück. Für den Chorleiter und Dirigenten habe neben den Noten und dem Liedgut immer die Harmonie im Chor im Vordergrund gestanden. "Ein Chor braucht ab und zu auch einmal junges Blut", weiß Haupenthal.

Der 43-jährige Michael Ludwig aus Otzenhausen hat kürzlich das Dirigat beim Kirchenchor übernommen. Die Stimmen seiner ehemaligen Sängerinnen und Sänger wird Haupenthal nun in der Kasteler Pfarrkirche von der Kirchenbank aus vernehmen.

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