Ein Lächeln aufs Gesicht zaubern

St. Wendel. "Hallo, haben Sie schon gespendet?", rief Marie-Michelle Demmer in der St. Wendeler Fußgängerzone einer Passantin entgegen. Diese hielt kurz inne und lächelte. Eine Chance, die sich Marie-Michelle Demmer nicht entgehen lassen konnte. Schon stürmte sie eifrig gemeinsam mit einer Gruppe von weiteren fünf Mädchen zu ihr

 Lachwichtel in der St.Wendeler Fußgängerzone unterwegs. Foto: B&K

Lachwichtel in der St.Wendeler Fußgängerzone unterwegs. Foto: B&K

St. Wendel. "Hallo, haben Sie schon gespendet?", rief Marie-Michelle Demmer in der St. Wendeler Fußgängerzone einer Passantin entgegen. Diese hielt kurz inne und lächelte. Eine Chance, die sich Marie-Michelle Demmer nicht entgehen lassen konnte. Schon stürmte sie eifrig gemeinsam mit einer Gruppe von weiteren fünf Mädchen zu ihr. Alle trugen als Erkennungsmerkmal weiße T-Shirts, auf denen ein bunter Wichtel mit Zipfelmütze aufgedruckt war. "Spenden Sie für einen Clown, der Kinder im Krankenhaus besucht und sie zum Lachen bringt?", fragte Marie wie aus der Pistole geschossen. Christel Wern aus Oberkirchen erwiderte: "Ihr habt mich schon wieder erwischt. Ich spende jedes Jahr und finde die Aktion super", sagte sie und warf sechs Euro in die Spendendose. Zufrieden rannten die Mädchen zum nächsten Fußgänger, während sie mit ihren Spendenkässchen klapperten und stolz Spendenschilder hochhielten. Acht Mütter unterstützen dabei ihre Kinder und beeindruckten nicht nur mit Wichtelshirts, sondern auch mit einer roten Clownsnase aus Stoff. "Wir müssen doch ganz viele Leute anlocken", sagte Marie und lachte. Acht Eltern und 21 Schüler der Klasse 3a der Nikolaus-Obertreis-Schule nahmen gemeinsam mit Klassenlehrerin Susanne Laub an der Spendenaktion unter dem Motto "Tag der Lachwichtel. Lachen hilft heilen - Wir machen mit" teil. Elternsprecherin Heike Kiefer rief die Aktion 2008 gemeinsam mit Eltern in St. Wendel ins Leben. Kiefer: "Ich wurde damals durch die Zeitung auf das bundesweite Projekt aufmerksam und wollte es auch hier ermöglichen." Spenden und VerkaufDazu organisierte die Schule am vergangenen Mittwoch neben dem Spendensammeln einen Kuchenverkauf, den auch Globus und die Bäckerei Gillen unterstützen. Kiefer: "Der Erlös des Verkaufs, die Spenden von Passanten und Banken gehen zur einen Hälfte an ein schwer krankes Kind in St. Wendel und zur anderen Hälfte an den Homburger Klinikclown." Der ehrenamtlich tätige Clown Pompom besuche in der Uniklinik in Homburg und im Neunkircher Kohlhof kranke Kinder, um ihnen ein Lachen aufs Gesicht zu zaubern. Laub: "Die Kinder sind vom Lachwichteltag begeistert. Sie wissen, dass sie damit was Gutes tun." Während sie das erzählte, nickte der neunjährige Maurice Steuer und sagte: "Das Spendensammeln macht Spaß. Dabei laufen wir nicht nur durch die Fußgängerzone, sondern gehen sogar in Geschäfte." Auch Schülerin Marie-Michelle Demmer habe das Projekt super gefunden, weil man damit kranken Kindern helfen könne. Kiefer: "Die meisten Passanten nehmen die Aktion super an. Wenn die Kinder lächelnd auf sie zustürmen, können sie ja quasi nicht anders."

HintergrundDer Lachwichteltag wurde 2004 von Milupa ins Leben gerufen. Lachwichtel sind Kinder, die Erwachsene zum Lachen bringen und dafür mit Spendengeldern belohnt werden. Die Gesamtspendensumme wird an die Stiftung "Humor hilft Heilen" übergeben, die damit Besuche von Klinikclowns auf Kinderkrankenstationen finanziert. Diese wollen mit regelmäßigen Visiten die kleinen Patienten ablenken und ihnen die Angst vor Ärzten und der Krankheit nehmen. evr

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