Ein Kraftakt hält Bosch in Neunkirchen

Neunkirchen · Bosch sieht Neunkirchen als „Meilenstein“ bei den Plänen, auf dem Gebiet der Abgas-Technologie Vorreiter zu werden. Das sagte Konzern-Manager Dürnholz gestern beim Spatenstich für eine neue Produktionsstätte.

 Versammlung zum symbolischen Spatenstich. Auf dem Gelände hinten wird die Halle für Bosch entstehen. OB Fried übergab gestern der landeseigenen Gesellschaft SBB die Baugenehmigung. Foto: Hiegel

Versammlung zum symbolischen Spatenstich. Auf dem Gelände hinten wird die Halle für Bosch entstehen. OB Fried übergab gestern der landeseigenen Gesellschaft SBB die Baugenehmigung. Foto: Hiegel

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Eine Firma von Weltruf etabliert sich dauerhaft in Neunkirchen. Das war die gute Nachricht beim gestrigen "Spatenstich" im Gewerbegebiet "In der Vogelsbach" oberhalb von Wiebelskirchen. Dort bekommt der seit zwölf Jahren ansässige Pharma-Logistiker Movianto Gesellschaft: Boschs Konzerntochter "Bosch Emission Systems" (BESG) zieht zu Beginn des nächsten Jahres in eine 14 000 Quadratmeter große Produktionshalle ein. Sie wurde nach den Vorgaben von Bosch von der Saarland-Bau-und-Boden-Projektgesellschaft (SBB) errichtet, die von der Stadt Neunkirchen 45 000 Quadratmeter in dem Gewerbegebiet erworben hat und die Fläche an Bosch vermietet. Um den Standort für BESG aufzubereiten, investiert die landeseigene SBB rund 14,5 Millionen Euro.

Der Automobilzulieferer Bosch Emission Systems stellt Abgas-Reinigungs-Systeme für Dieselmotoren her, auch Traktoren, Mähdrescher, Bagger oder Radlader. Diese zukunftsträchtige Produktion wurde vor drei Jahren auf dem Wellesweiler Firmengelände von Eberspächer aufgenommen - zunächst als Gemeinschafts-Unternehmen von Bosch, Eberspächer und Deutz. Nachdem sich dieses Joint Venture zerschlug und der Mietvertrag bei Eberspächer ausläuft, sondierte Bosch einen neuen Standort. Die Ansiedlung in einem anderen Bundesland stand im Raum.

Hier habe das Saarland gezeigt, das es auf unbürokratischen und kurzen Wegen "große Fische" halten kann, so der Tenor der gestrige Ansprachen. "Wir lassen niemand kampflos ziehen", betonte Wirtschaftsminister Heiko Maas. In einer Zeit, die BESG-Geschäftsführer Manfred Dürnholz nach eigenen Angaben "den Atem raubte", wurde die von Bosch gewünschte Produktionsstätte realisiert. Binnen eines halben Jahres wurden die Planung erstellt, die baurechtlichen Hürden genommen, die Erschließung getätigt und das Gelände so weit vorbereitet, dass der Bau der Produktionshalle beginnen kann. Der Umzug von BESG wird mit einer Aufstockung der Mitarbeiter von derzeit 75 auf 250 verbunden sein.

Bei der gestrigen kleinen Feierstunde gab es dann auch anerkennende Worte und Schulterklopfen in Hülle und Fülle. Das für seine Gesellschaft außergewöhnliche Projekt sei gelungen, so SBB-Geschäftsführer Bernd Therre, weil alle an einem Strang gezogen hätten und "die Stadt Neunkirchen auch möglich gemacht hat, was nicht möglich war". Auch Heiko Maas bezeichnete die Stadt Neunkirchen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises als "außerordentlich professionelle Partner". "Seit ein paar Jahren geht hier einiges ab", zeigte sich last not least Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider stolz auf Neunkirchen. Oberbürgermeister Jürgen Fried sieht sich bestätigt, dass Neunkirchen auf dem richtigen Weg ist. In den letzten zweieinhalb Jahren seien hier 2000 neue Arbeitsplätze entstanden, die weitere Perspektive sei positiv.

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