1. Saarland

Ein Jahrhundert für die Natur

Ein Jahrhundert für die Natur

Niederkirchen. Bunt und reichhaltig ist das Vereinsjahr beim Niederkirchener Obst- und Gartenbauverein. Die 100 Jahre, die er bereits besteht, merkt man ihm nicht an, denn der Verein ist aktiv und lebendig, jung und einfallsreich, wenn es darum geht, die Menschen im Dorf für seine Aktionen und Initiativen anzusprechen

Niederkirchen. Bunt und reichhaltig ist das Vereinsjahr beim Niederkirchener Obst- und Gartenbauverein. Die 100 Jahre, die er bereits besteht, merkt man ihm nicht an, denn der Verein ist aktiv und lebendig, jung und einfallsreich, wenn es darum geht, die Menschen im Dorf für seine Aktionen und Initiativen anzusprechen. "Im Frühjahr geht es los, wenn wir die Salatpflanzen bestellen", begann Vorsitzender Dieter Karst, als er von der SZ auf das Vereinsjahr angesprochen wurde. "Dieser Service ist nicht nur für unsere Mitglieder, sondern für alle Bürger, besonders für die Älteren."Rund 1500 Pflänzchen werden jedes Jahr aus der Lisdorfer Au geliefert. Sie sind wegen ihrer Qualität sehr beliebt. Im März gehe es, so der Vereinschef, mit Baumschnittkursen weiter und im Mai mit Veredelungslehrgängen. Dem theoretischen Teil am Freitag folge samstags der praktische. Schnittkurse für Sträucher sollen nächstes Jahr in das Programm aufgenommen werden. Zweimal im Jahr gibt es gemeinsame Veranstaltungen mit den Obst- und Gartenbauvereinen Werschweiler, Leitersweiler, Hoof, Osterbrücken und Bubach. Die Kindergarten- und Grundschulkinder werden von den Obst- und Gartenbauern als ein wichtiges Potential für die Zukunft angesehen. Die Schulkinder waren schon öfter beim Keltern dabei.

Nächstes Jahr dürfen die Kindergartenkinder Bohnen legen, die Beete pflegen und im Herbst zur Ernte kommen. "Dann wird auch Bohnensuppe gekocht, die viele Jungen und Mädchen überhaupt nicht kennen", sagte Dieter Karst.

Das im Jahre 1991 gebaute Kelterhaus ist für Dieter Müller ein wichtiger Ort für die Produkte, die er in seinem Hausgarten züchtet. Jedes Jahr bringt er sein Obst zum Verwerten, je nach Ertrag sind es Äpfel, Zwetschen oder Mirabellen. "Mir ist der Austausch untereinander sehr wichtig", sagte er. "Es gibt immer Dinge, die man vorher nicht gewusst hat."

Im Spätsommer ist die Brennerei der Mittelpunkt im Vereinsleben. Hat es ein ertragreiches Jahr gegeben, dann dauert die Brennsaison manchmal bis März oder sogar bis April. Jörg Sticher verwaltet nicht nur die Kasse. Er ist auch immer ansprechbar, wenn im Verein sonst irgendetwas zu tun ist. "Gut eingeführt haben sich bei uns die ,Gespräche über den Gartenzaun', die an jedem ersten Freitag im Kelterhaus angeboten werden. Wie alle übrigen Aktivitäten unseres Vereins ist auch dieser Treff für Nichtmitglieder offen", versicherte das Vorstandsmitglied. "Wir geben dabei keine speziellen Themen vor, die kommen von selbst aus den Reihen der Besucher." Helga Thul ist seit sechs Jahren stellvertretende Vorsitzende und war, als sie gewählt wurde, die erste Frau im Vorstand, seit es den Verein gibt. "Es bereitet mir viel Freude, mitzuarbeiten", gestand sie. "Das ganze Jahr über geht es bei uns interessant zu."

Gegründet wurde der Verein, der heute 111 Mitglieder hat, im Januar 1911. Nach einer kriegsbedingten Pause erfolgte im Jahre 1948 ein Neustart. In den 70er Jahren beteiligten sich die Obst- und Gartenbauer mehrmals an der Aktion "Unser Dorf soll schöner werden". Bis heute sprechen die Vereinsaktivitäten die Bürger jeden Alters an.

Auf einen Blick

Der Vorstand: Vorsitzender Dieter Karst, Ehrenvorsitzender Ewald Schenkel, stellvertretende Vorsitzende Helga Thul, Schriftführer Dieter Ganz, Kassenwart Jörg Sticher, Brennmeister und Kelterwart Ewald Schenkel und Herbert Euler, Beisitzer Ursula Morgenstern, Ronni Müller, Herbert Euler und Hans-Werner Schneider.

 Schmuck sieht es aus, das Kelterhaus in Niederkirchen.
Schmuck sieht es aus, das Kelterhaus in Niederkirchen.
 Beim Korbflechten in alten Zeiten.
Beim Korbflechten in alten Zeiten.

Der Festabend zum 100-jährigen Bestehen ist am Samstag, 10. September, 20 Uhr, im Festzelt in der Au. Bestandteil der Feier ist der Kreisgartentag am 11. September. gtr