1. Saarland

Ein Jahr mit Sonne satt und Rekordfrost am Ende

Ein Jahr mit Sonne satt und Rekordfrost am Ende

Auch jetzt, nach Neujahr, bleibt die Kälte unserer Region treu - in den nächsten Wochen ist noch viel Zeit für winterliche Impressionen. Zum Dezemberanfang sorgte eine beständige milde atlantische Luftströmung aus Azoren-Gebiet für nasskalte Witterung

Auch jetzt, nach Neujahr, bleibt die Kälte unserer Region treu - in den nächsten Wochen ist noch viel Zeit für winterliche Impressionen.

Zum Dezemberanfang sorgte eine beständige milde atlantische Luftströmung aus Azoren-Gebiet für nasskalte Witterung. Bei bewölktem Himmel mit nur kurzen Auflockerungen bewegten sich die Temperaturen in der ersten Monatswoche zwischen einem Grad Celsius in der Nacht und zwölf Grad am Tage.

Ab dem 11. Dezember schob sich von Nordosten her ein Keil eines russischen Hochdruckgebietes nach Deutschland. Trocken-kalte Luftmassen kontinentalen Ursprungs erreichten Deutschland. Die Temperaturen sanken rasch unter die Null-Grad-Marke mit weiter fallender Tendenz. Ein Tiefdruckgebiet über Dänemark lenkte zur gleichen Zeit von Westen feuchte Luft in unsere Region, was ab dem 13. Dezember für erste Schneeschauer und vorweihnachtliche Stimmung sorgte.

Am 20. Dezember wurde in der Nacht um 1.59 Uhr die Monatstiefsttemperatur von minus 17,6 Grad erfasst - ein Rekordwert, bezogen auf die acht Jahre bisheriger Wetterdaten-Erfassung in Geislautern. Im weiteren Verlauf leitete ein Tief über den Britischen Inseln mit einer kräftigen Südwestströmung warm-feuchte Luftmassen ins Saarland. Die Temperaturen kletterten rasch über null Grad, und der Schneefall ging langsam in Regen über. Damit waren die Aussichten auf weiße Weihnachten in unserer Region dahin. Weitere warme atlantische Luftmassen sorgten bis 24. Dezember für Temperaturen zwischen einem und fünf Grad bei ungemütlichem Regen oder Schneeregen. Auch bis zum Monatsende war es regnerisch und nasskalt bei weiter ansteigenden Temperaturen bis zu zehn Grad.

Mit 132,6 Litern Niederschlag pro Quadratmeter und 24 Niederschlagstagen liegt der Dezember 2009 über dem jährlichen Dezembermittelwert von 85,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter bei 17 Niederschlagstagen. Begleitet wurden die Regenschauer immer wieder von sehr böigem Wind - der hatte am 13. Dezember eine Stärke von acht Beaufort, was einer Geschwindigkeit von 63,2 Stundenkilometern entspricht. Die Monats-Durchschnittstemperatur lag im Dezember bei 2,3 Grad. Die höchste Temperatur, nämlich 12,3 Grad, wurde am 10. Dezember gemessen. Die tiefste - minus 17,6 Grad - gab es am 20. Dezember, der auch sonst ein Tag der Extreme war: Die Tages-Temperaturdifferenz betrug 15,5 Grad. Der Dezember war damit weder zu warm noch zu kalt. Er war aber deutlich zu nass.

Der Jahresniederschlag 2009 von 896,7 Litern pro Quadratmeter liegt etwas unter dem langjährigen Mittel (963,9 Liter). Die Jahres-Durchschnittstemperatur von 10,7 Grad überschreitet nur knapp das Klimamittel von 10,5 Grad. 1334 Sonnenscheinstunden wurden erfasst - im Vorjahr schien nur 1225 Stunden lang die Sonne.

Ein über der Nordsee liegendes Tiefdruckgebiet zieht langsam unter Abschwächung über Deutschland nach Südosten. In unserer Region bleibt es jedoch unter schwachem Hochdruckeinfluss zunächst trocken. Nach morgendlicher Nebelauflösung kann bei leichter Bewölkung auch mal die Sonne scheinen. Kleinere Tiefdruckstörungen bringen in den Folgetagen etwas Schneefall, hierbei weht böiger Wind aus meist nordöstlicher Richtung.

Es bleibt winterlich kalt, die Temperaturen bewegen sich weiterhin unter der Null-Grad-Marke; nachts fallen sie teilweise sogar unter minus zehn Grad.