1. Saarland

Ein historischer Anziehungspunkt

Ein historischer Anziehungspunkt

Alsweiler. Der Marpinger Bürgermeister Werner Laub erklärte vor den zahlreichen Besuchern, das Hiwwelhaus stelle "eine der Stärken von Alsweiler" dar. Ortsvorsteher Paul Schäfer sagte, dass das Hiwwelhaus dazu beigetragen habe, dass Alsweiler zu einem Anziehungspunkt für überregionale Historiker geworden sei

Alsweiler. Der Marpinger Bürgermeister Werner Laub erklärte vor den zahlreichen Besuchern, das Hiwwelhaus stelle "eine der Stärken von Alsweiler" dar. Ortsvorsteher Paul Schäfer sagte, dass das Hiwwelhaus dazu beigetragen habe, dass Alsweiler zu einem Anziehungspunkt für überregionale Historiker geworden sei. Ebenso wie die beiden Kommunalpolitiker hoben auch andere Redner nachdrücklich die Verdienste hervor, die sich der Hiwwelhausverein und insbesondere dessen Vorsitzende Bernadette Dewes erworben hätten. Der Verein hatte vor zehn Jahren, als die Restaurierung des Hiwwelhauses abgeschlossen wurde, die Regie über den Betrieb des Gebäudes als dörfliches Kulturzentrum übernommen. Für den historischen Teil, der ein Bauernhausmuseum darstellt, ist hingegen der Verein für Heimatkunde Alsweiler zuständig. Dessen Vorsitzender Klaus Brill würdigte die Verdienste von Edmund Groß, der als Bau-Experte des Vereins für Heimatkunde die Renovierung des Hiwwelhauses begleitet, die einschlägigen Schriften verfasst und die Führungen geleitet habe. Diese Funktionen gab er nun an Bernd Brill ab, der ebenfalls ein Experte des Vereins für den Denkmalschutz ist. "Alsweiler hat sich mit dem Hiwwelhaus im wahrsten Sinne des Wortes reich gemacht", erklärte der für den Kreis St. Wendel zuständige Fachbeamte des Landesdenkmalamtes, Rupert Schreiber. Er ging in seiner Rede auch auf das benachbarte Speijersch Haus ein, das am Tag der offenen Tür erstmals für die Bürger geöffnet war. Er sagte, heute erscheine das Speijersch Haus wie das "hässliche Entlein" neben dem "stolzen Schwan" Hiwwelhaus. Doch biete das Speijersch Haus bedeutende "innere Werte als Träger von Botschaften der Geschichte". Als "außerordentlich bemerkenswert" bezeichnete auch der Historiker Johannes Naumann das Hiwwelhaus sowie das Speijersch Haus, die beide im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts nach kriegerischen Zerstörungen in der heutigen Form wiederaufgebaut worden waren. Der Tag der offenen Tür bei sonnigem Wetter stieß bei der Bevölkerung Alsweilers und der umliegenden Orte auf starke Resonanz. Vor allem in den Nachmittagsstunden strömten Hunderte von Besuchern herbei. Nach Alsweiler anno 1737Ständig umlagert war auch das neue historische Dorfmodell, das Alsweiler im Jahre 1737 zeigt. Edgar Kreuz, Josef Becker und Peter Trapp erläuterten den Besuchern die Fertigung dieses Pionierstücks. Auf der Basis einer Karte von 1737 war durch Einsatz modernster Computerprogramme und Robotertechnik die Landschaft um Alsweiler aus einem Styroporblock gefräst und dann unter Anleitung von Lilian Werle und Eddy Theobald vom Modellbau-Club Freisen mit Häusern und Geländeformationen bestückt worden. Großen Anklang fand auch der Auftritt des "Alsweiler Kabaretts", dessen Mitglieder Herbert Ames, Norbert Brill und Peter Rauber mit munteren Liedern und Dialogen sowie einem geheimnisvollen Märchen die Geschichte des Hiwwelhauses und des Speijersch Hauses glossierten. In historischen Kostümen servierten Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Kaffee und Kuchen. Am Ende rief Wolfgang Simon, der neue Organisationsleiter des Vereins für Heimatkunde, die Besucher auf, im September erneut ins Hiwwelhaus zu kommen. Dann findet unter der Regie des Hiwwelhausvereins ein großes Laxemfest statt, mit dem ebenfalls der zehnte Jahrestag der Inbetriebnahme des Hiwwelhauses als Kulturzentrum begangen wird. red