Ein Herz für Kranke und Arme

Ein Herz für Kranke und Arme

Konfeld. Schon ihr ganzes Leben lang wohnt Waltraud Koch in Konfeld. "Ich war nie im Urlaub", erzählt sie. Denn in "ihrem" Konfeld habe sie doch alles, was sie brauche. "Ich habe ein Lied geschrieben: ,Ich mach Urlaub hier, nirgendswo ist es schöner'."Ausnahmen macht sie nur, wenn es um ihr Hilfsprojekt für arme Kinder in Rumänien geht

Konfeld. Schon ihr ganzes Leben lang wohnt Waltraud Koch in Konfeld. "Ich war nie im Urlaub", erzählt sie. Denn in "ihrem" Konfeld habe sie doch alles, was sie brauche. "Ich habe ein Lied geschrieben: ,Ich mach Urlaub hier, nirgendswo ist es schöner'."Ausnahmen macht sie nur, wenn es um ihr Hilfsprojekt für arme Kinder in Rumänien geht. Mit den Lastwagen voll von Hilfsgütern ist sie schon oft nach Rumänien gefahren. Denn Waltraud Koch ist die Gründerin der "Vergissmeinnichtgruppe" Konfeld. Die gibt es schon seit 1975. Angefangen hat alles mit Paketen nach Polen, später hat Waltraud Koch dann Transporte nach Rumänien organisiert. "Über 250 Transporte waren das in den ganzen Jahren bestimmt."Sie selbst steht ungern im Mittelpunkt. Am heutigen Samstag wird es kaum zu vermeiden sein, denn Waltraud Koch feiert ihren 76. Geburtstag. Ein Grund für sie, sich zur Ruhe zu setzen, ist das aber noch lange nicht. Die 76-Jährige arbeitet neben ihrem Hilfsprojekt auch noch als Wirtinim Seestübchen am Schwarzrindersee. "Hier im Stübchen fühle ich mich wohl", erzählt sie. Viele Menschen kämen in die Kneipe, um ihr das Herz auszuschütten. "Mit mir kann man über alles reden", ist sie sich sicher.Nur bei den Transporten nach Rumänien ist sie in den letzten Jahren nicht mehr mitgefahren. Ob sie irgendwann auch aufhört, die Transporte zu organisieren, weiß sie nicht genau. "Ich sage oft, das ist der letzte Transport, aber ich mache doch immer weiter", erzählt sie.Nicht nur mit Transporten hilft sie den Menschen in Rumänien. In all den Jahren waren auch viele Kinder aus Rumänien bei ihr in Konfeld zu Besuch. "Manchmal waren bei mir im Haus 28 Kinder. Da hatte ich in jeder Ecke ein Bett stehen", erinnert sie sich. Auch heute würden oft noch Kinder anrufen, die zu "ihrer Oma Waltraud" nach Konfeld kommen wollen. "Das kann ich aber leider nicht mehr machen", bedauert sie.Eine ihrer Schützlinge lebt heute aber bei ihr: Ihre Pflegetochter Cosmina. "Sie wohnt jetzt schon fast drei Jahre bei uns", sagt Koch. Die 20-Jährige war seit ihrem dritten Lebensjahr jedes Jahr bei Waltraud Koch zu Besuch. "Jetzt wäre ich wirklich froh, wenn Cosmina einen Ausblidungsplatz fände", erklärt Koch. Die 20-Jährige würde gern Friseurin werden, habe aber bislang vergeblich gesucht. Bei ihrer Rumänien-Hilfe wurde Waltraud Koch immer von ihrer Tochter Andrea unterstützt. Bis diese Weihnachten 2008 verstarb. "Andrea war ein Engel", sagt die 76-Jährige. Ohne ihre Tochter sei es schwer, mit der "Vergissmeinnichtgruppe" weiterzumachen. "Andrea war immer da und hat geholfen", sagt sie. Tochter Andrea hat auch ein Pflegekind aus Rumänien aufgenommen. Dana hat 17 Jahre lang bei Andrea gewohnt, dann ist sie nach Trier gezogen", berichtet Waltraud Koch.Zu ihrem 76. Geburtstag wünscht sich die Wirtin nicht viel, "ich habe ja alles." Feiern möchte sie mit ihren Freunden im Seestübchen.www.ich-lebe-gern-in.de