1. Saarland

Ein Haus für die Sammler

Ein Haus für die Sammler

Seit 2007 besitzt das Ehepaar Sonja und Michael Schneider ein Bauernhaus in Oberlinxweiler. Dort gehen die beiden ihrer großen Leidenschaft nach: Sie sammeln, kaufen und verkaufen allerhand Dinge.

Oberlinxweiler. "Eigentlich wollten wir uns das Haus und die Scheune nur mal anschauen. Da fiel uns auf, dass die Gebäude zum Verkauf standen und spontan schlugen wir zu", erinnert sich Sonja Schneider (43). Sie und ihr Ehemann Michael (49) sind seit September 2007 Besitzer des Hauses Bittels in der Remmesweilerstraße in Oberlinxweiler. Seit 1801 steht das Bauernhaus mit Scheune im Dorf, bis in die 1980er Jahre wurde das Gebäude mit Schuppen landwirtschaftlich genutzt.Doch das Ehepaar Schneider wohnt weder in dem Haus, noch sind sie von Beruf Bauern. Vielmehr nutzen sie den Platz für ihre große Leidenschaft: das Sammeln. Denn sie sammeln einiges: alte Möbelstücke, Waagen, Brotkästen und Keksdosen, Tabletts, Keramikkacheln, Stühle und und und. Sie kaufen und verkaufen. "Vor etwa 25 Jahren habe ich mit dem Sammeln angefangen. Erklären, was mich so besonders daran fasziniert, kann ich jedoch nicht", sagt Michael Schneider. "Es fängt mit einem Stück an, dann kommt noch eins, und noch eins, so entwickelt sich die Leidenschaft", ergänzt seine Frau. Die Geschäfte könnten zwar besser laufen, Grund zur Klage hätten sie jedoch nicht.

Das Ehepaar hat auch einige besondere Stücke in der Sammlung. Zum Beispiel einen Stuhl aus der Barockzeit, der angeblich dem ehemaligen Nato-Generalsekretär Manfred Wörner gehört hat. "Von entfernten Verwandten Wörners aus Urexweiler haben wir den Stuhl", erklärt Michael Schneider. Von dem Schemel wollten sich die Schneiders bis jetzt nicht trennen. "Einmal waren hier Amerikaner, die unbedingt den Stuhl haben wollten. Ich spreche kein Englisch, sie sprachen kein Deutsch. Doch wollen wir den Stuhl eh nicht verkaufen", sagt Sonja Schneider.

Nicht selten komme es vor, dass Touristen aus Kanada, Australien oder den Vereinigten Staaten die Scheune in Oberlinxweiler ansteuern, um diese als Ausgangspunkt für ihre Ahnenforschung zu machen. "Wahrscheinlich kommen sie zu unserer Scheune, weil ihre Vorfahren aus dem Ort stammen und vielleicht das alte Bauwerk auf Fotos oder in Erzählungen vorkam. Meistens können wir nur auf den Ortsvorsteher verweisen", führt Michael Schneider aus.

Doch nicht nur als Hort ihrer gesammelten Gegenstände dienten das Haus und die Scheune. Die Schneiders wollen die Gebäude erhalten, um späteren Generationen zu zeigen, wie die Menschen früher gelebt haben. Dazu gehöre es, das gleiche Material zu verwenden, wie es die Leute vor 200 Jahren gebraucht haben. Michael Schneider erklärt: "Für den Verputz will ich den gleichen Stoff, den die Menschen früher benutzt haben." Auch wolle das Paar Schönheitsfehler des Hauses, wie etwa unebene Fußböden, beibehalten. "Wenn man modernisiert, verliert das Haus an Charme", ist Sonja Schneider überzeugt.

Einen Antrag, die beiden Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, haben sie bereits gestellt. Einiges an Arbeit läge noch vor ihnen. Dafür opfern sie jede freie Minute. Auch habe das Ehepaar den nötigen Aufwand für das Grundstück unterschätzt. Der hauptberufliche Werkzeugmacher Schneider: "Freizeit? So was haben wir gar nicht!"

Dem ehemaligen Nato-Generalsekretär Wörner gehörte angeblich dieser Barockstuhl.

sonjas-scheune.de