Ein Haus für 25 000 Euro

Sulzbachtal/Fischbachtal. Wie sieht es auf dem Immobilienmarkt in unserer Region aus? Diese Frage hat die SZ zwei Fachleuten gestellt. Klaus Pilger, Geschäftsführer und Bereichsleiter Immobilien der "Meine VVB-Immobilien gmbH" unter dem Dach der Vereinigten Volksbank eG erklärt, dass "ein sehr gutes Jahr" hinter der Gesellschaft liege

Sulzbachtal/Fischbachtal. Wie sieht es auf dem Immobilienmarkt in unserer Region aus? Diese Frage hat die SZ zwei Fachleuten gestellt. Klaus Pilger, Geschäftsführer und Bereichsleiter Immobilien der "Meine VVB-Immobilien gmbH" unter dem Dach der Vereinigten Volksbank eG erklärt, dass "ein sehr gutes Jahr" hinter der Gesellschaft liege. "Wir haben ordentlich verkauft", sagt er, wobei die Häuser günstiger als noch vor Jahren zu haben seien. Viele zwischen 40 000 und 80 000 Euro - mit Renovierungsbedarf, versteht sich. Es gehe aber auch noch günstiger. Ein "normales Einfamilienhaus" in der Nähe der Sulzbacher Aula habe man etwa am Dienstag für 25 000 Euro losgeschlagen. So etwas habe es "vor einigen Jahren noch nicht gegeben". Natürlich sei ein solches Haus renovierungsbedürftig, für einen Handwerker jedoch, der dies bewerkstelligen könnte, sei es ein gutes Geschäft. Weil er am Ende nicht mehr zahle, als im angemieteten Objekt. Was sich so gut wie nicht mehr verkaufen lässt, sagt Immobilien-Fachmann Pilger, seinen "Häuser in Schieflage", wie man sie etwa in Herrensohr vorfinde.

Der Sulzbacher Immobilienmakler Wolfgang Raue, seit 26 Jahren am Markt, sagt, dass "die Objekte mittlerweile etwas anders gehandelt werden". Hauskauf gleich Mehrwert, das sei vorbei. Vor etwa drei Jahren, so Raue, habe ein gewisser Preisverfall eingesetzt, das aber sei nun eigentlich vorbei. Die Lage habe sich normalisiert. Indes sei der demografische Wandel (Überalterung der Gesellschaft) deutlich spürbar. 25 bis 30 Prozent der Häuser, die auf den Markt gelangen, seien auf diese Entwicklung zurückzuführen. Der beste Markt für den Verkauf von Immobilien seien Neuweiler und Quierschied. Und Dudweiler-Süd mit kleinen Einschränkungen, weil der Kundschaft in Teilgebieten etwas zu laut. Aber auch in Sulzbach (Wohngebiet Goldene Au und Hammersberg) gebe es beim Verkauf keine Probleme.

Kaum vermittelbar jedoch seien Immobilien, bei denen seit vielen Jahren nur die Miete rausgezogen werde, um die sich ansonsten aber niemand gekümmert habe. Als Beispiel nennt Raue etliche Mehrfamilienhäuser in der Sulzbachtalstraße ab Rathaus Richtung Altenwald, dort würde es teils aussehen "wie in der ehemaligen DDR". Ein Fassadenprogramm, wie es die Stadt mal aufgelegt hat ("der Sulzbachtalstraße hat es ein besseres Ansehen gebracht"), würde da gewiss einiges verändern. Ähnliche Probleme gebe es bei den beschriebenen Objekten auch in Dudweiler und Friedrichsthal. Was von jungen Familien sehr nachgefragt werde, seien freistehende Einfamilienhäuser mit kleinem Garten. Diese Immobilien seien in unserer Region aber nicht so einfach zu finden. Am meisten seien es Doppelhaushälften, die angeboten werden - "wegen dichter Bebauung".

Und wie sieht es auf dem Markt für Vermietung aus? Das "Objekt der Zukunft", meint Wolfgang Raue, das sei der Single-Haushalt - "doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren". Das liege auch daran, dass sich ältere Herrschaften von ihren Häusern trennen und sich was Kleineres zur Miete suchten. Und daran, dass sich doch mehr Paare trennten als in früheren Zeiten. Was auf dem Immobilienmarkt in der Region allerdings fehlt, meint Raue, seien etwas größere Wohnungen für Familien mit zwei bis drei Kindern. Daran mangele es sehr. "Hauskauf

gleich Mehrwert,

das ist vorbei."

Immobilienmakler

 Nach wie vor sehr nachgefragt: das schnuckelige, energetisch sanierte Eigenheim mit kleinem Garten in guter Lage. Foto: iwo

Nach wie vor sehr nachgefragt: das schnuckelige, energetisch sanierte Eigenheim mit kleinem Garten in guter Lage. Foto: iwo

Wolfgang Raue

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