Ein Gotteshaus als Heimat des Glaubens

Ein Gotteshaus als Heimat des Glaubens

Sötern. Mit einem feierlichen Hochamt und einem Fest im schattigen Pfarrgarten feierten die Katholiken von Sötern und Eisen - ebenso viele evangelische Mitchristen und Gäste aus der Umgebung - am Sonntag das 100-jährige Bestehen der Pfarrkirche, die das Patrozinium Rosenkranzkönigin trägt. Zum Gottesdienst kamen 200 Gläubige, so viele wie sonst kaum einmal im Jahr

Sötern. Mit einem feierlichen Hochamt und einem Fest im schattigen Pfarrgarten feierten die Katholiken von Sötern und Eisen - ebenso viele evangelische Mitchristen und Gäste aus der Umgebung - am Sonntag das 100-jährige Bestehen der Pfarrkirche, die das Patrozinium Rosenkranzkönigin trägt. Zum Gottesdienst kamen 200 Gläubige, so viele wie sonst kaum einmal im Jahr. Jeder brauche Orte, die ihm das Gefühl von Heimat geben, sagte Pastor Stefan End in seiner Predigt. Die Kirche sei für viele Menschen ein solcher Ort. Hier könnten sie den Alltag hinter sich lassen. "Gott braucht dieses Haus nicht. Aber die Menschen brauchen es, weil sie Gott darin ganz besonders nahe sind, ihm und auch vielen anderen Menschen begegnen können. Deshalb gelte es heute, den Christen zu danken, die diesen Bau im Jahre 1908 errichtet haben. Die Kirche, so führte Stefan End weiter aus, sei stets im Wandel. Das sei schon immer so gewesen und werde es auch in Zukunft sein. Dieser Jubiläumstag sei daher auch ein Anlass, Sorgen zum Ausdruck zu bringen und Fragen zu stellen, zum Beispiel die: Gibt es in Sötern in zehn, zwanzig Jahren noch regelmäßige Gottesdienste? Tröstlich sei letztendlich das Wort Jesu: "Ich bin bei euch, alle Tage, bis ans Ende der Welt." Die heilige Messe wurde von Pfarrer Karl Josef Albrech mitzelebriert, der von 1977 bis 1984 Pfarrer in Sötern war. Mit am Altar stand auch Diakon Horst Britz. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Sötern unter Leitung von Andrea Stüber, von Heike Ring (Querflöte) und Michael Dietz (Orgel).In Sötern viel gelerntNach einjähriger pastoraler Arbeit wurde Eva Gebel verabschiedet. "Für meinen Beruf und für mein Leben habe ich in Sötern viel gelernt", versicherte die Praktikantin. Dank sagte ihr auch Andrea Diehl vom Pfarreienrat und Gemeindereferentin Maria Gerdung. Pastor End ehrte schließlich noch zwei langjährige und eifrige Mitarbeiter im Verwaltungsrat, Alexander Krämer und Elimar Dengel. Mit dem Chorsatz "Gott segne und behüte dich" und dem Lied "Großer Gott, wir loben dich" endete das Festhochamt. Im schattigen Pfarrgarten ließen es sich im Laufe des Tages viele hundert Gäste gut gehen. Unter ihnen war auch der zehnjährige Mario aus Sötern, der Ministrant in der Pfarrkirche ist. "Ich gehe immer gerne in meine Kirche, besonders wenn ich dienen muss. Hier kann ich gut beten", versicherte der Junge. Der Beigeordnete der Gemeinde Nohfelden, Edgar Lorig, erinnerte an die außergewöhnliche Leistung der Menschen, die sich vor 100 Jahren in schweren Zeiten eine Kirche gebaut hätten. "Ich muss immer wieder feststellen, wie sich die Leute in Freud und Leid mit ihrer Kirche verbunden fühlen", hob Lorig hervor. Aufgabe der Kirche sei es allerdings auch, ein Klima der Aufgeschlossenheit und der Toleranz zu schaffen. Zu den Gästen des Festes gehörten auch der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald und Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit. Zum Frühschoppen spielte der Musikverein Sötern auf. Auch am Nachmittag gab es ein buntes musikalisches Programm. Während des Festes waren Ministranten mit einer hölzernen Spendenkirche und mit Kerzen im Pfarrgarten unterwegs. Das eingesammelte Geld, wie auch der Erlös aus der Tombola, ist für die Kirche bestimmt, die innen dringend renoviert werden muss. Kostenlos erhielten die Gläubigen eine Festschrift über die Kirche und die Pfarrgeschichte, die Edgar Schwer aus Otzenhausen zusammengestellt hat. gtr

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