1. Saarland

Ein Fuchspark mitten im Warndt

Ein Fuchspark mitten im Warndt

Völklingen. Hartmann Jenal ist der, "der mit dem Fuchs tanzt". So sagt er selbst über sich, schmunzelnd in Anspielung auf den Hollywood-Klassiker "Der mit dem Wolf tanzt"

Völklingen. Hartmann Jenal ist der, "der mit dem Fuchs tanzt". So sagt er selbst über sich, schmunzelnd in Anspielung auf den Hollywood-Klassiker "Der mit dem Wolf tanzt". Fuchs und Wolf, eine Parallele, die Jenals und dessen Verein Vitas' großes Projekt für Völklingen mit dem Wolfspark in Merzig gemein hat: Ähnlich der Einrichtung von Werner Freund soll in Völklingen ein Park entstehen, eben nur mit Füchsen. Exemplare von vier Arten und Unterarten sollen dort ihr Zuhause finden, neben dem Rot- sollen die Besucher dann auch den Silber-, den Steppen- und den Polarfuchs beobachten können.Seit vielen Jahren schon ziehen Jenal und der Verein Vitas in Berus Wildtiere auf, die in der freien Natur zurückgelassen wurden und alleine keine Chance mehr hatten. Meist spielen Füchse hierbei eine wichtige Rolle. Und schon kommt die Idee zur Sprache, die hinter dem Park steht. Jenal: "Wir wollen den Menschen den Fuchs näherbringen." Vorurteile und Ängste sollen aus den Köpfen verschwinden. Die Besucher können über Führungen Kontakt zu den Tieren finden, ihre Verhaltensweise studieren und verstehen lernen. "Als großes Ziel planen wir eine Art pädagogisches Zentrum für Wildtiere", auch mit Übernachtsgästen. In der Nähe des möglichen Geländes bei Lauterbach (siehe "Auf einen Blick") könnten nach Meinung Jenals Kinder und Jugendliche zu diesem Zweck untergebracht werden. Schon jetzt kommen regelmäßig Studenten aus ganz Deutschland den Tierschützer und Fuchsbuchautoren besuchen, um bei ihm vor Ort die Füchse studieren zu können. "Der Fuchspark wäre der erste seiner Art in ganz Europa", so Jenal. Und damit spricht er sein Argument für den Nutzen der Stadt an: "Völklingen - Stadt der Füchse". Jenal glaubt an große positive Auswirkungen in Sachen Tourismus, fände schon jetzt nach eigenen Angaben große Unterstützung bei hiesigen Geschäftsleuten, die sogar Patenschaften übernehmen würden.

Völklingens Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU), der sich mit dem Thema inzwischen eingehend befasst hat, klingt schon etwas verhaltener, diesem Argument will er aber nicht widersprechen. "Es würde ins Tourismuskonzept passen", sagt er. Er verweist aber auch darauf, dass das noch näher hinterfragt werden müsse und spricht von einem möglichen "Alleinstellungsmerkmal" für die Hüttenstadt. Persönlich könne er dem Projekt viel Positives abgewinnen, man müsse aber alle Argumente betrachten. Es gebe auch welche dagegen: Das Projekt habe Kritiker, die beispielsweise Krankheiten fürchten, so Bintz, Argumente, denen Jenal wissenschaftliche Studien entgegen halten möchte. Und auch die Finanzierung sei noch unklar, erklärt Bürgermeister Bintz im Gespräch mit der SZ.

Jenals Verein verspricht, das Projekt personell tragen zu können, bei den entstehenden Kosten sehe das aber anders aus. Das Konzept von Vitas hofft in Hinblick auf den touristischen Wert auf Geld aus dem Leader-Programm der EU, Bintz sieht aber auch Kosten auf die Stadt zukommen. Und die hat bekanntlich keine vollen Taschen. "Wenn der Stadtrat Geld für den Fuchspark bewilligt, dann müssten wir aber auch etwas für den Tierschutzverein bewilligen", so der Bürgermeister. Der stehe schon länger auf der Matte der Stadt und sei auf der Suche nach einer Bleibe, wo er ungestört arbeiten könne.

Ob es also zu einem Fuchspark in Völklingen kommt, steht in der Schwebe. Hartmann Jenal jedenfalls hat ein Konzept erarbeitet und möchte es am morgigen Mittwoch, 18. April, im Lauterbacher Ortsrat vorstellen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt im Lauterbacher Dorfgemeinschaftshaus. Gewinnt Jenal die Zustimmung der Ortspolitiker, geht deren Empfehlung in den Stadtrat. "Wir wollen den Menschen den Fuchs näherbringen."

Hartmann Jenal, Fuchspark-Initiator

Auf einen Blick

Der Fuchspark könnte bei Lauterbach in unmittelbarer Nähe zum Maltiz-Haus auf einem rund 1,5 Hektar großen Areal entstehen. Zum Vergleich: Der Wildpark Ludweiler ist 2,5 Hektar groß. Mündliche Zustimmung gab es laut Bürgermeister Wolfgang Bintz schon vom Eigentümer Saarforst durch den ehemaligen Staatssekretär Klaus Borger, der inzwischen aber nicht mehr auf der entscheidungsfähigen Position sitzt. "Trotzdem dürfte das wohl kein Problem darstellen", so Bürgermeister Bintz. avm