1. Saarland

Ein Förster weiß, was astrein heißt

Ein Förster weiß, was astrein heißt

Großrosseln. Philipp Klapper (33) ist Förster mit Leib und Seele. Seinen Traumjob hat der gebürtige Ostwestfale von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Forstwirt, später studierte er Forstwirtschaft. Bevor Klapper im Juli 2009 zum Saarforst-Landesbetrieb wechselte, leitete er eine Baumschule

Großrosseln. Philipp Klapper (33) ist Förster mit Leib und Seele. Seinen Traumjob hat der gebürtige Ostwestfale von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Forstwirt, später studierte er Forstwirtschaft. Bevor Klapper im Juli 2009 zum Saarforst-Landesbetrieb wechselte, leitete er eine Baumschule.Der Landesbetrieb beliefert das Karlsbrunner Biomasseheizkraftwerk der Steag New Energies mit Holz. Klapper ist auf der Tagesanlage Warndt dafür verantwortlich, dass der Nachschub nicht ausbleibt. Der Job im Biomassezentrum ist vor allem eine logistische Herausforderung, 16 800 Tonnen Holz müssen jährlich beschafft werden. Der Brennholzhof, den Klapper mitmanagt, wird demnächst geschlossen. Der Verkauf von fertigem Brennholz an die Bürger läuft aus.

Langweilig wird dem Forstoberinspektor aber auch danach nicht. Im Gegenteil: Mit der Saarforst-Neuorganisation wuchs sein Aufgabenbereich. Als Förster ist er seit Anfang September für das Revier Dietrichsberg verantwortlich und damit Ansprechpartner für die Bürger von Großrosseln, Dorf im Warndt, Ludweiler, Geislautern, Fürstenhausen und Klarenthal. In der Natur fühlt sich der Revierleiter bei Wind und Wetter wohl. Lediglich der Müll, der illegal im Wald entsorgt wird, ärgert ihn.

Kürzlich hat Philipp Klapper in der Nähe des Rosseler Fußballplatzes Bäume für den Holzeinschlag markiert. Vor der Ernte wird jeder Stamm einzeln begutachtet. Die so genannten Auslesebäume versprechen einen guten Verkaufserlös. Sie sind besonders vital und verfügen über eine große Astreinheit. Astrein? Das bedeutet doch tadellos? Ja, der Fachausdruck der Förster hat den Sprung in den normalen Sprachgebrauch geschafft. Je weniger Astknoten ein Stamm aufweist, desto höherwertig ist sein Holz.

Klapper markiert die Auslesebäume mit einem grünen Punkt, sie werden besonders gehegt und gepflegt. Konkurrenzbäume, die sie in den Schatten stellen, müssen weichen. Sie erhalten rote Striche. "Wir helfen, dass der Motor Fahrt aufnehmen kann", macht Klapper bildhaft deutlich. Nur wenn der Kronenbereich frei bleibt, kann die Sonne die Photosynthese ankurbeln und so für weiteres Wachstum sorgen.

Die besten Tage hinter sich hat das mit "B" gekennzeichnete Biotopholz: Alte und bereits angefaulte Bäume sterben in Ruhe ab. Sie bieten vielen Tieren Rückzugsmöglichkeiten. Fehlen noch die weiß gekennzeichneten Stämme: Sie zeigen die Grenzen der Rückegassen an. Außerhalb der markierten Bereiche dürfen die Erntemaschinen nicht arbeiten. Auch die Holzmenge wird genau festgelegt. "Es wächst mehr nach, als eingeschlagen wird", versichert Förster Klapper.

Seine Freizeit verbringt der Naturfreund übrigens ebenfalls draußen. Aber nicht im Wald, sondern auf dem Wasser: Er rudert mehrmals wöchentlich.

Auf einen Blick

Forstoberinspektor Philipp Klapper leitet seit Anfang September das neue Saarforst-Revier Dietrichsberg. Es ist 754 Hektar groß, etwa 4600 Festmeter Holz werden jährlich geerntet. Dienststelle: Zum Alten Bergwerk, 66352 Großrosseln, Telefon (0 68 09) 70 27 96. E-Mail: p.klapper@sfl.saarland.de. Sprechstunden: mittwochs von 14 bis 15 Uhr. tan