Ein Fest für Läufer und Zuschauer

Ein Fest für Läufer und Zuschauer

St. Wendel. 8.30 Uhr: Graue Wolken bedecken den Himmel, langsam strömen aus allen Himmelsrichtungen Zuschauer zum Startpunkt des St. Wendeler Globus-Marathons in der Wendalinusstraße. "Die große Masse kommt erst gegen elf Uhr, zum Start des Halbmarathons", zeigt sich Bürgermeister Klaus Bouillon optimistisch. Seit 6.30 Uhr sei er bereits im Einsatz, damit alles klappe

St. Wendel.8.30 Uhr: Graue Wolken bedecken den Himmel, langsam strömen aus allen Himmelsrichtungen Zuschauer zum Startpunkt des St. Wendeler Globus-Marathons in der Wendalinusstraße. "Die große Masse kommt erst gegen elf Uhr, zum Start des Halbmarathons", zeigt sich Bürgermeister Klaus Bouillon optimistisch. Seit 6.30 Uhr sei er bereits im Einsatz, damit alles klappe.8:45 Uhr: 14 junge Frauen in Sportanzügen, in jeder Hand einen Puschel, nehmen langsam Aufstellung in der Bahnhofstraße, lauschen den Anweisungen ihrer Trainerin. Die Hurriflames, Cheerleader der Footballer Saarland Hurricanes, bereiten sich auf den Start vor. "Seit zwei Wochen trainieren wir für heute", gibt Trainerin Julia Lauer (29) an. Zum fünften Mal nehmen sie am Rahmenprogramm des Marathons teil und seien jedes Jahr von der Zuschauerresonanz begeistert.

8.50 Uhr: Der Marathonstart rückt langsam näher. 25 Radfahrer rollen zum Startbereich. Es sind Mitglieder der Radsportfreunde Niederlinxweiler, die wie jedes Jahr die Läufer begleiten. Der Vorsitzende Uwe Haßdenteufel: "Wir gucken, dass alles läuft." Für die Streckensicherung ist unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) verantwortlich. Einer der 21 THWler ist Martin Klees (34) aus Urweiler, der seit dem ersten Marathon dabei ist: "Die Stimmung ist wie immer perfekt."

9.10 Uhr: Die Marathonläufer sind schon seit zehn Minuten weg, Zeit für den Kindermarathon. Yvonne Ames (43) aus Gonnesweiler hat gerade ihre Töchter Danielle (7) und Elena (9) an die Startlinie geführt. "Wir sind eine sportbegeisterte Familie. Die Kinder machen bei so was das erste Mal mit", gibt Ames an.

9.15 Uhr: "Luana gib Gas!" steht auf einem Schild, das Günter Becker (65) hochhält. Es gilt seinem Enkelkind, das in Oberkirchen zur Schule geht. Die Kinder sausen vorbei, lauthals feuert Becker Luana an - und ist zu Tränen gerührt. "Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so nahe geht", sagt der stolze Opa lächelnd.

10.15 Uhr: Hochbetrieb am Omnibus-Bahnhof, der als Übergabestelle für die Staffelläufer dient. Karl-Heinz Wagner (65) von den Laufftrefffreunden Marpingen gibt hier den Ton an: "Ich habe die Oberaufsicht, kümmere mich um die Getränke, schaue, dass in den Wechselzonen alles glatt läuft, und halte die Zuschauer von der Strecke."

Auch Jacqueline (10) und Elena (14) Effinger aus Urweiler stehen am Bahnhof, in ihren Händen ein Laken, auf dem "Walter, Du schaffst es!!!" zu lesen ist, daneben Herzen und ihre Handabdrücke. "Das ist für unseren Papa, der trotz Knieproblemen mitläuft", sagt Jacqueline. Elena ergänzt: "Wir bewundern ihn, dass er trotz Schmerzen antritt."

10.45 Uhr: Die Messe in der evangelischen Kirche ist vorbei, Karl-Heinz Wagner (66) von den Laufftrefffreunden Marpingen darf wieder ans Mikrofon auf dem Moderatorenpodest. "Bis 15 Uhr werde ich hier stehen, jedoch könnte ich auch bis 19 Uhr reden", zeigt sich Wagner, unter seinem Spitznamen Fips besser bekannt, selbstbewusst.

10.50 Uhr: Langsam füllt sich der Startbereich mit Halbmarathonläufern. Im Medical Center hinter der evangelischen Kirche hingegen ist nichts los. "Pflaster, Blasen, sonst war noch nichts. Ich erwarte einen ruhigen Tag", sagt Sascha Eigner (28) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der die Aufsicht über das Versorgungszelt hat. 90 DRKler seien heute auf der ganzen Strecke verteilt, um für Läufer und Zuschauer da zu sein.

11.05 Uhr: Die Tribünen sind gefüllt. Polizeihauptkommissar Dietmar Böhmer (59) zeigt sich zufrieden: "Es klappt alles problemlos und macht einfach Spaß - jedes Jahr." Doch für den Polizisten ist es das letzte Mal, dass er in Uniform am Marathon teilnimmt, denn er geht am 30. Juni in den Ruhestand. Böhmer: "Im nächsten Jahr bin ich nur Zuschauer."

11.50 Uhr: Harte Klänge unter in Bahnüberführung in der Tholeyer Straße. Die St. Wendeler Band MI 6 spielt Hardrock-Lieder. Eine von 30 Bands, die am Rande der Strecke stehen. Sänger Daniel Korn (32) feuert die vorbei trabenden Läufer auf Deutsch an, dann singt er weiter auf Englisch. Korn: "Wir versuchen die Teilnehmer zu pushen und das Letzte aus ihnen herauszukitzeln."

12.40 Uhr: In der Jahnstraße steht Patrice Schunath (17) von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), von der sieben Mitglieder im Einsatz sind: "Eben hatten wir einen, dessen Kreislauf nicht mehr mitgemacht hat, ansonsten ist es ruhig."

13 Uhr: Klaus Bouillon zieht ein vorläufiges Fazit: "Ich bin sehr zufrieden, trotz nur rund 5000 Zuschauern. Etwa 1850 Läufer sind angetreten. Dank 600 ehrenamtlicher Helfer hat alles wunderbar geklappt."

Die Radsportfreunde Niederlinxweiler begleiteten die Marathonläufer auf dem Rad.
Hart zur Sache ging es in der Bahnunterführung Tholeyer Straße. MI 6 sorgten für die passenden Hardrock-Klänge.
Voller Stolz feuert Günter Becker seine Enkelin Luana an, die beim Kinderlauf an den Start ging.

15 Uhr: Stimmung im vollen Festzelt auf der Mott. Es wird gequasselt, gegessen und getrunken. Die Siegerehrungen stehen an. Thomas Wüst, Leiter des Amtes für Kultur und Stadtmarketing, ist zufrieden: "Die Läufer haben die neue Strecke gut aufgenommen, die Zuschauer sind glücklich." Und der Bürgermeister bestätigt: "Auch nächstes Jahr gibt es wieder einen Marathon in St. Wendel."