Ein etwas anderer erster Schultag

Ein etwas anderer erster Schultag

Schmelz. Donnerstag, 16. August, 2012 - die großen Ferien sind vorbei. Faulenzen ade, für die saarländischen Schülerinnen und Schüler beginnt wieder der Ernst des Lebens. Nicht für alle, denn für rund 100 Mädchen und Jungs der Grundschule Schmelz geht die Gaudi weiter. Sie haben das Klassenzimmer in die Primshalle verlegt. Handball steht am ersten Schultag auf ihrem Stundenplan

Schmelz. Donnerstag, 16. August, 2012 - die großen Ferien sind vorbei. Faulenzen ade, für die saarländischen Schülerinnen und Schüler beginnt wieder der Ernst des Lebens. Nicht für alle, denn für rund 100 Mädchen und Jungs der Grundschule Schmelz geht die Gaudi weiter. Sie haben das Klassenzimmer in die Primshalle verlegt. Handball steht am ersten Schultag auf ihrem Stundenplan.Das Spielfeld, auf dem am Samstag und Sonntag einige der besten Handballerinnen der Welt um den internationalen Sparkassen-Ladies-Cup kämpfen werden, wurde vom Handball-Verband Saar (HVS) und dem HC Schmelz in eine bunte Spielwiese verwandelt. Deutsch und Mathe können noch einen Tag warten. Hier müssen die Dritt- und Viertklässler im Stationsbetrieb sportliche Aufgaben lösen. Sie müssen sich in umfangreichen Spielen messen, die Ballfertigkeit, Geschicklichkeit und Koordination erfordern.

Ein etwas anderer Unterricht, der bei den Kindern aber prima ankommt. "Ich spiele zwar Tennis und mache Judo, aber Handball macht Spaß. Und die Schule fällt heute aus", grinst Niklas Bohlander, der acht Jahre alt ist. An Station zwölf hängen große Reifen im Tor. Sophie-Marie Walter nimmt Maß und hämmert den Ball durch das Loch, das die meisten Punkte bringt. Kein Wunder. "Handball ist mein Lieblings-Sport, ich spiele in der Jugend des HC Schmelz", verrät die Neunjährige.

Johannes Birringer schaut dem Treiben begeistert zu. Der Minihandball-Beauftragte des Handball-Verbandes Saar freut sich über die große Resonanz beim dritten Schulaktionstag und klärt über die Hintergründe auf. "Wir haben diese Veranstaltung 2010 mit dem Girls-Cup ins Leben gerufen. Sie ist eine zusätzliche Werbung für die sportlichen Großveranstaltungen am Wochenende, und soll den Schülern Handball näherbringen", sagt er.

Lena Gerhart absolviert beim HVS ein Freiwilliges Soziales Jahr. Heute erklärt die junge Handballerin den Kindern die Übungen. "Ihr müsst unter dieser Stange durchkrabbeln, eine Rolle vorwärts machen, euch den Ball schnappen, einmal prellen und ihn dann in den Kasten werfen", erklärt Lena und alle hören aufmerksam zu. Derart gut instruiert hat der kleine Furkan mit der Ausführung der Übung dann auch keine Probleme. "Ich habe einen Purzelbaum gemacht und den Ball in die Kiste geworfen. Dafür habe ich zwei Punkte bekommen", strahlt der Achtjährige. Und während in der Halle der Bär steppt, die Kinder sich gegenseitig anfeuern und laute Musik aus den Boxen dröhnt, herrscht in einer Umkleidekabine himmlische Ruhe. Für den Logik-Test an der neunten Station sind nämlich die grauen Zellen gefragt. Beim Lösen einfacher Mathe-Aufgaben fahren die "jungen Wilden" ihren Puls wieder etwas runter. "Das entspannt die Kinder, beim abschließenden Handballspiel geht später aber wieder die Post ab", lacht Johannes Birringer.

Auf einen Blick

Der Spielplan des Toyota-Lambeng-Girls-Cups:

Freitag (Vorrunde): 14 Uhr: Deutschland - Byasen Trondheim; 15.10 Uhr: Weißrussland - Metz; 16.25 Uhr: Slowakei - Deutschland; 17.35 Uhr: Handball-Verband Saar - Weißrussland; 18.50 Uhr: Trondheim - Slowakei; 20 Uhr: Metz - Handball-Verband Saar.

Samstag: Zwischenrunde ab 10 Uhr im Wechsel mit Spielen des Ladies-Cups.

Sonntag: Endrunde ab 8.15 Uhr im Wechsel mit den Spielen des Ladies-Cups, Finale des Girls-Cups um 12.55 Uhr.

Beim Ladies-Cup spielen der deutsche Meister Thüringer HC, Bayer Leverkusen, Byasen Trondheim (Norwegen), Metz Handball (Frankreich), CS Salau und SCM Craiova (beide aus Rumänien).ros

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