1. Saarland

Ein erfülltes Leben im Priestertum gefunden

Ein erfülltes Leben im Priestertum gefunden

St. Wendel. Gemeinsam besuchten sie nach dem Krieg die Schule des Missionshauses, legten sie das Abitur ab und wurden sie zu Priestern geweiht. Danach trennten sich ihre Wege bei den Steyler Missionaren. Pater Aloys Maldener ging zum Missionshaus nach Tirschenreuth in Bayern und kam später wieder nach St. Wendel zurück

St. Wendel. Gemeinsam besuchten sie nach dem Krieg die Schule des Missionshauses, legten sie das Abitur ab und wurden sie zu Priestern geweiht. Danach trennten sich ihre Wege bei den Steyler Missionaren. Pater Aloys Maldener ging zum Missionshaus nach Tirschenreuth in Bayern und kam später wieder nach St. Wendel zurück. Pater Heinrich Bollen, der aus Ramstein stammt, wurde zur Mission auf die Insel Flores nach Indonesien geschickt, wo er bis heute tätig ist. Am Sonntag begingen die zwei Geistlichen, die 1929 geboren sind, in der Kirche des Missionshauses ihr Goldenes Priesterjubiläum. An gleicher Stelle hatten sie vor 50 Jahren ihr erstes Messopfer gefeiert. "Wir haben uns beide der gleichen Aufgabe verschrieben, nämlich den Menschen die frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu verkündigen, jeder auf seine Weise", sagte der aus Primstal stammende Pater Aloys Maldener in seiner Begrüßungsansprache. "Gott hat uns die Freude an seinem Dienst bis zum heutigen Tag erhalten." Pater Heinrich Bollen, der die Predigt hielt, erzählte von seinem Lebensweg. Als er 15 Jahre alt gewesen und von seiner Schule in Landstuhl zum Schanzen nach Mettlach geschickt worden sei, habe er noch nicht daran gedacht, Priester zu werden. Eher wollte er Medizin studieren. Als Panzergrenadier sei er während des Krieges beim Roten Kreuz gelandet. "Diese Zeit hat mich besonders geprägt", berichtete der Geistliche. "Es war für die die beste Lehrzeit." Er habe schließlich den Entschluss gefasst, nicht Arzt, sondern Priester zu werden. In St. Wendel besuchte er die Missionsschule und wurde nach der Priesterweihe von seinem Orden nach Indonesien in die Mission geschickt.Den Kontakt nach St. Wendel hat Pater Bollen aber nie abreißen lassen. So wurde vor Jahren sein Tuberkulose-Projekt auf der Insel Flores von den Teilnehmern eines St. Wendeler Hungermarsches mit umgerechnet 30000 Euro unterstützt. "Das heutige Jubiläum ist uns beiden ein Anlass zum Dank für die Führung und Hilfe, die uns der liebe Gott in guten und in schweren Zeiten geschenkt hat", sagte Pater Bollen. Der von 200 Gläubigen besuchte festliche Gottesdienst wurde vom Eltern-Lehrer-Schülerchor des Missionshauses musikalisch umrahmt. gtr